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Rheuma ist mehr als nur gelegentliche Gelenkschmerzen – es bezeichnet eine Gruppe von über 100 Krankheiten, die mit chronischen Entzündungen, Schmerzen und teils erheblicher Einschränkung der Lebensqualität einhergehen. Obwohl moderne Medikamente vielen Patient:innen helfen, bleiben bei manchen die Beschwerden bestehen oder die Nebenwirkungen wie Magen‑Darm‑Probleme, Müdigkeit und Schlafstörungen lasten schwer auf dem Alltag. Gerade deswegen wächst das Interesse an medizinischem Cannabis als ergänzende Option. Dieser Ratgeber richtet sich an Erwachsene in Deutschland, die sich erstmals seriös und alltagstauglich über den medizinischen Einsatz von Cannabisblüten informieren möchten.
Du erfährst, wie das körpereigene Endocannabinoid‑System funktioniert, welche Wirkstoffe aus der Cannabispflanze relevant sind, welche wissenschaftlichen Hinweise es zur Anwendung bei Rheuma gibt und wie du Schritt für Schritt Patient:in wirst. Dabei bleiben wir positiv und realistisch: Cannabis kann Symptome lindern, ersetzt aber nicht die ärztlich abgestimmte Basismedikation und bietet keine Garantien. Sicherheit und die individuelle Steuerung durch qualifizierte Ärzt:innen stehen im Mittelpunkt.

Die Bezeichnung Rheuma steht für ein breites Spektrum an Erkrankungen, die Gelenke, Muskeln, Sehnen und manchmal Organe betreffen. Die bekannteste Form ist die rheumatoide Arthritis, eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem fälschlicherweise die Gelenkinnenhaut angreift. Sie äußert sich anfangs oft durch Schmerzen und Schwellungen in Finger‑ und Zehengelenken; morgens sind die betroffenen Gelenke steif und schwer beweglich. Im weiteren Verlauf können weitere Gelenke, Sehnenscheiden und Schleimbeutel betroffen sein. Häufige Begleitsymptome sind Müdigkeit, Leistungsschwäche, Schlafstörungen, Fieber und Gewichtsverlust.
Unbehandelt kann eine rheumatoide Arthritis zu Gelenkzerstörung führen und auch andere Organe beeinträchtigen. Standardtherapien setzen auf Basismedikamente wie Methotrexat oder Biologika, ergänzt durch Kortison zur schnellen Entzündungshemmung und Analgetika zur Schmerzlinderung. Diese Mittel können effektiv sein, bringen aber häufig Nebenwirkungen mit sich, und nicht alle Patient:innen sprechen gleich gut darauf an. Andere rheumatische Erkrankungen wie Morbus Bechterew, Psoriasis‑Arthritis oder Fibromyalgie haben jeweils eigene Besonderheiten, doch chronische Schmerzen und Entzündungen verbinden sie. Deshalb suchen viele Menschen nach ergänzenden Möglichkeiten, um ihre Lebensqualität zu verbessern.
Um zu verstehen, warum medizinisches Cannabis bei Rheuma diskutiert wird, lohnt ein Blick auf das Endocannabinoid‑System (ECS). Dieses körpereigene Signalnetzwerk besteht aus drei Hauptbestandteilen: endogenen Cannabinoiden, Cannabinoid‑Rezeptoren und Enzymen, die diese Botenstoffe synthetisieren und abbauen. CB1‑ und CB2‑Rezeptoren sind in vielen Bereichen des Nervensystems und des Immunsystems zu finden. Sie reichen von den peripheren Nervenenden bis in die supraspinalen Regionen des Gehirns und bilden eine Art Schmerzverarbeitungsbahn.
Endocannabinoide wie Anandamid und 2‑Arachidonoylglycerol (2‑AG) werden vom Körper selbst produziert. Sie binden an die CB1‑ und CB2‑Rezeptoren und wirken dabei schmerzlindernd und entzündungsregulierend. Beispielsweise wirkt die Aktivierung von CB1‑Rezeptoren im Nervensystem hemmend auf die Freisetzung von Neurotransmittern wie GABA und Glutamat. Über diese Mechanismen kann das ECS die Weiterleitung von Schmerzsignalen reduzieren und Entzündungsprozesse modulieren. CB2‑Rezeptoren finden sich vor allem auf Immunzellen; ihre Stimulation kann die Ausschüttung pro‑entzündlicher Botenstoffe verringern.
Das Zusammenspiel aus Endocannabinoiden, Rezeptoren und Enzymen funktioniert wie ein feines Regulierungssystem: Wenn der Körper Stress, Schmerzen oder Entzündungen registriert, werden Endocannabinoide freigesetzt, binden an CB1‑/CB2‑Rezeptoren und sorgen so für eine Art Gegensteuerung. Exogene Cannabinoide aus der Cannabispflanze können dieses System beeinflussen – das ist der Ansatzpunkt für eine Cannabistherapie.
Die Cannabispflanze enthält über 100 verschiedene Phytocannabinoide. Für die medizinische Anwendung sind vor allem Delta‑9‑Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) relevant. THC ist verantwortlich für psychoaktive Effekte und wirkt als partieller Agonist am CB1‑Rezeptor. Dadurch kann es Schmerzen lindern und Entzündungen beeinflussen, aber auch Rauschwirkungen auslösen. CBD besitzt dagegen eine geringe Affinität zu CB1‑ und CB2‑Rezeptoren; es kann deren Aktivität modulieren und die Signalwirkung von Adenosinrezeptoren verstärken, was auf eine Rolle bei Schmerz‑ und Entzündungsprozessen hinweist.
Neben THC und CBD spielen Terpene – aromatische Verbindungen, die für Geruch und Geschmack verantwortlich sind – eine Rolle. Sie können eigene entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften besitzen; einige Terpene, etwa Beta‑Caryophyllen, wirken ebenfalls als Agonisten am CB2‑Rezeptor. In der Cannabisforschung spricht man vom Entourage‑Effekt, wenn verschiedene Cannabinoide und Terpene zusammenwirken und sich gegenseitig verstärken.
Je nach Sorte unterscheidet sich das Verhältnis von THC zu CBD sowie das Terpenprofil. Deshalb betonen Ärzt:innen oft, wie wichtig eine individuelle Sortenwahl ist. CBD‑reiche Sorten können sanfter wirken und sind in der Regel weniger berauschend; THC‑dominante Sorten werden eher eingesetzt, wenn Schmerzen und Spastik im Vordergrund stehen. Mischverhältnisse ermöglichen eine feine Abstimmung zwischen Effekt und Verträglichkeit.
Medizinische Cannabisblüten stammen aus zertifizierten Anbaubetrieben und unterliegen strengen Qualitätskontrollen. Sie werden in Deutschland von Apotheken in standardisierter Qualität abgegeben; dabei sind sowohl der Wirkstoffgehalt als auch die Freiheit von Pestiziden, Schwermetallen und Schimmel streng geregelt. Im Gegensatz zu Freizeitkonsum steht hier die therapeutische Verwendung im Vordergrund.
Die Inhalation über einen medizinischen Vaporizer ist die häufigste Anwendung bei Cannabisblüten. Durch die schonende Verdampfung werden Cannabinoide und Terpene freigesetzt, ohne dass Verbrennungsprodukte entstehen. Anders als beim Rauchen wird so die Belastung der Atemwege reduziert. Manchmal kommen auch Öle oder Extrakte zum Einsatz, etwa in Tropfenform oder als Kapseln – je nach Verordnung der Ärzt:innen.
Die Sorten von Cannabisblüten lassen sich grob nach ihrem THC‑/CBD‑Verhältnis einteilen: THC‑dominante, ausgewogene und CBD‑dominante. Darüber hinaus beeinflussen Terpenprofile die Wirkung – einige Sorten vermitteln eher eine beruhigende, andere eine aktivierendere Wirkung. Für Rheumapatient:innen wird häufig mit ausgewogenen oder CBD‑betonten Sorten gestartet, um Nebenwirkungen zu minimieren. Da jeder Körper anders reagiert, erfolgt die Auswahl unter ärztlicher Begleitung, und die Dosierung wird schrittweise angepasst.
Experimente in Tiermodellen zeigen, dass Cannabinoide analgetische und entzündungshemmende Effekte haben. In Kollagen‑induzierten Arthritis‑Modellen konnten Forscher eine immunsuppressive und antiarthritische Wirkung von CBD beobachten. Eine systematische Übersichtsarbeit zu in vivo‑Studien fand, dass pro‑entzündliche Zytokine wie Tumornekrosefaktor‑α, Interleukin‑1β und Interferon‑γ unter CBD‑ oder CBD+THC‑Behandlung konsistent reduziert wurden – THC allein zeigte diese Wirkung nicht. In 22 Studien führte die Gabe von CBD oder CBG zu einer Verringerung mindestens eines Entzündungsmarkers, und in 24 Studien zeigte sich eine Verbesserung der Krankheitszeichen. Diese Ergebnisse legen nahe, dass besonders CBD‑reiche Präparate entzündungshemmendes Potenzial besitzen.
Die bislang wichtigste klinische Untersuchung zu rheumatoider Arthritis ist eine randomisierte, Placebo‑kontrollierte Doppelblindstudie mit 58 Patient:innen. Dabei wurde ein Cannabis‑Mundspray (ein Mix aus THC und CBD) über fünf Wochen mit einem Placebo verglichen. Die Ergebnisse: Die Cannabisbehandlung führte zu signifikanten Verbesserungen der Bewegungs‑ und Ruheschmerzen, der Schlafqualität und des Aktivitätscores (DAS28) im Vergleich zur Placebo‑Gruppe. Die meisten unerwünschten Wirkungen waren mild oder moderat, und es gab keine therapiebedingten Therapieabbrüche. Die Wissenschaftler schlossen daraus, dass die beobachteten Verbesserungen klinisch relevant sind und weitere Untersuchungen rechtfertigen.
Eine Metaanalyse von 15 Beobachtungsstudien fand, dass etwa jeder sechste Patient mit rheumatischer Erkrankung bereits Cannabis konsumiert hat. Der Konsum war mit einer signifikanten Abnahme des Schmerzes (Visual Analogue Scale) verbunden, und bei Fibromyalgie wurden Verbesserungen der Lebensqualität und der depressiven Symptome sowie der Schlafqualität festgestellt. Die Autor:innen betonten jedoch, dass methodische Schwächen der Studien eine definitive Empfehlung verhindern.
Umfragen und Registerdaten liefern Einblicke in die Praxis. In einer anonymen Umfrage berichteten 428 Personen mit Arthritis, dass die Verwendung von CBD mit Verbesserungen bei Schmerzen (83 %), körperlicher Funktion (66 %) und Schlafqualität (66 %) einherging. Eine größere Querschnittserhebung unter 763 Menschen mit rheumatischen Erkrankungen zeigte, dass 63 % andere Medikamente durch Cannabisprodukte ersetzt hatten, vor allem nichtsteroidale Antirheumatika (55 %), Opioide (49 %), Schlafmittel (30 %) und Muskelrelaxantien (25 %). Die Substitution war mit einer höheren Symptomverbesserung verbunden.
Auch die deutsche Cannabis‑Begleiterhebung wertete über 10 000 Anwendungen aus: Häufige Nebenwirkungen waren Müdigkeit und Schwindel, meist mild; ein Drittel der Patient:innen brach die Therapie innerhalb eines Jahres ab, insbesondere wegen fehlender Wirkung oder Nebenwirkungen. Patienten, die Cannabisblüten erhielten, berichteten seltener Nebenwirkungen und häufiger eine euphorisierende Wirkung. Da nur 2,6 % der Anwendungen auf entzündliche rheumatische Erkrankungen entfielen, lässt sich aus diesen Daten allerdings wenig für die Rheumatologie ableiten.
Die Forschung zeigt, dass medizinisches Cannabis das Potenzial hat, Schmerzen zu lindern, Entzündungen zu modulieren und den Schlaf zu verbessern. Allerdings bleibt die Studienlage überschaubar, und die Ergebnisse sind oft heterogen. Viele positive Berichte beruhen auf Beobachtungsdaten, die keine Ursache‑Wirkungs‑Beziehung beweisen. Deshalb ist es wichtig, realistische Erwartungen zu haben: Eine Cannabistherapie kann unterstützend wirken, ersetzt aber nicht die Standardtherapien. Ärzt:innen, die Cannabis verschreiben, betonen, dass die Dosis individuell angepasst wird und regelmäßig überprüft wird, um optimale Wirkung bei minimalen Nebenwirkungen zu erzielen.

Basierend auf den bisherigen Erkenntnissen wird medizinisches Cannabis bei Rheuma vor allem in folgenden Bereichen eingesetzt:
Es handelt sich dabei um mögliche Einsatzgebiete, nicht um garantiert eintretende Effekte. Ärzt:innen prüfen stets individuell, ob Cannabis sinnvoll in den Therapieplan passt, und passen die Behandlung regelmäßig an.
Wer medizinisches Cannabis nutzen möchte, sollte den Weg gemeinsam mit erfahrenen Ärzt:innen gehen. Der Ablauf umfasst typischerweise folgende Schritte:
Der einfachste und schnellste Weg führt oft über eine Online‑Videosprechstunde. Spezialisierte Ärzt:innen prüfen, ob deine Symptome und bisherigen Therapien eine Cannabisverordnung rechtfertigen. Bereite dich vor, indem du alle wichtigen Unterlagen bereithältst: Diagnoseberichte, aktuelle Laborwerte, eine Liste der eingenommenen Medikamente und Allergien. Im Gespräch kannst du offen Fragen stellen – etwa zur Auswahl der Sorten oder zum Ablauf der Therapie. Die Ärztin oder der Arzt erklärt dir, welche Wirkungen zu erwarten sind und wie die Therapie in dein bestehendes Behandlungskonzept integriert werden kann.
Sollte die Ärztin feststellen, dass eine Cannabistherapie sinnvoll ist, erstellt sie einen individuellen Therapieplan. Dieser beinhaltet die Auswahl der Sorte (THC‑dominant, ausgewogen oder CBD‑reich), die Darreichungsform (Blüte, Extrakt, Mundspray) sowie einen Dosierungsvorschlag. Wichtig: Es handelt sich um einen Startpunkt. Viele Patient:innen beginnen mit einer niedrigen Dosis und tasten sich langsam vor, bis die gewünschte Wirkung eintritt. Das Rezept wird dir ausgestellt, damit du es bei einer Cannabis‑Apotheke einreichen kannst. Manchmal müssen vorab Genehmigungen der Krankenkasse eingeholt werden; hierzu unterstützt dich das Ärzteteam.
Mit dem Rezept gehst du zu einer Apotheke, die medizinisches Cannabis führt. Dort wird dir die verordnete Sorte in der benötigten Menge ausgehändigt, und das pharmazeutische Personal kann dir Tipps zur Anwendung geben – zum Beispiel zur Verwendung eines Vaporizers. Viele Apotheken bieten auch eine kurze Beratung an. Nimm dir die Zeit, Fragen zu stellen, und achte darauf, die erste Einnahme in einer ruhigen Umgebung durchzuführen. Im Anschluss bleiben die Ärzt:innen dein Ansprechpartner für alle Fragen und passen das Rezept bei Bedarf an.
Eine der häufigsten Sorgen ist die Angst vor einem unerwünschten Rausch. THC kann psychoaktive Effekte auslösen, doch in medizinischer Dosierung sind sie meist mild und oft nur eine entspannende Gelassenheit spürbar. CBD‑dominante Sorten lösen keine berauschenden Wirkungen aus. Ärzt:innen wählen das Verhältnis so, dass der therapeutische Nutzen im Vordergrund steht. Falls du dich anfangs benommen fühlst, sprich die Dosisanpassung an – oft reicht es, die Menge zu reduzieren oder auf eine andere Sorte zu wechseln.
Die ersten Einnahmen sind für viele ein Testen und Beobachten. Manche spüren sofort eine deutliche Schmerzreduktion und ein angenehmes Kribbeln; andere bemerken eher eine Verbesserung des Schlafs. Es kann ein leichtes Schwindelgefühl, Mundtrockenheit oder Müdigkeit auftreten. Diese Effekte sind meist kurzzeitig und verschwinden nach einigen Anwendungen. Wichtig ist, die Dosis langsam zu steigern und auf den eigenen Körper zu hören.
Bei Inhalation über den Vaporizer tritt die Wirkung oft nach wenigen Minuten ein und hält zwei bis vier Stunden an. Bei Ölen oder Extrakten, die oral eingenommen werden, kann der Wirkungseintritt bis zu einer Stunde dauern, dafür ist die Wirkung länger. Die optimale Dosis findest du gemeinsam mit deiner Ärztin heraus – Geduld zahlt sich aus.
In Deutschland besteht die Pflicht, verkehrstüchtig zu sein. Bei medizinischem Cannabis entfallen zwar seit 2024 viele Betäubungsmittelbestimmungen, doch THC kann die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Deshalb gilt: Fahre nicht, solange du dich in der Hochphase der Wirkung befindest, und halte dich an die Hinweise deiner Ärztin. Für CBD‑dominante Präparate ohne THC gilt diese Einschränkung in der Regel nicht.
Die Kosten werden in manchen Fällen von der Krankenkasse übernommen, insbesondere bei schweren chronischen Erkrankungen und nachdem andere Therapien ausgeschöpft wurden. Deine Ärztin unterstützt dich beim Antrag. Falls du die Kosten selbst trägst, erkundige dich in der Apotheke nach Preisen und eventuell günstigeren Alternativen wie Rezepturarzneien.

Wie bei jedem Medikament gilt auch für Cannabis: Nebenwirkungen sind möglich, aber oft moderat. Zu den häufigsten gehören Müdigkeit, Benommenheit, Mundtrockenheit und Schwindel. Manche Menschen berichten über Kopfschmerzen oder leichtes Herzrasen. In der Beobachtungsstudie der Schweizer Rheumaliga wurden schwerere Nebenwirkungen wie orthostatische Hypotonie, Psychose oder Depression als selten angegeben. Der DGRh‑Bericht weist darauf hin, dass insbesondere bei hoch dosiertem CBD Leberfunktionsstörungen, Durchfall und Erbrechen auftreten können und dass Interaktionen mit Medikamenten wie Warfarin, Omeprazol oder Clobazam zu beachten sind.
Wer sollte vorsichtig sein? Absolute Kontraindikationen sind bekannte Allergien gegen Hanf/THC, schwere Herzerkrankungen, unbehandelte psychiatrische Erkrankungen, Suchterkrankungen, Schwangerschaft und Stillzeit sowie Anwendung bei Kindern und Jugendlichen. Wenn du viele Medikamente einnimmst, bespreche die möglichen Wechselwirkungen mit deinem Arzt. Cannabinoide können die Plasmaspiegel anderer Arzneimittel erhöhen oder senken.
In der deutschen Begleiterhebung brach etwa ein Drittel der Patient:innen die Cannabistherapie innerhalb eines Jahres ab, meist wegen fehlender Wirkung oder Nebenwirkungen. Das zeigt, wie wichtig eine engmaschige ärztliche Betreuung und das Offenhalten alternativer Therapiewege ist.
In Deutschland ist medizinisches Cannabis seit 2017 verschreibungspflichtig. Bis zum 1. April 2024 galt es als Betäubungsmittel; diese Einstufung wurde aufgehoben, sodass die Verschreibung etwas leichter geworden ist. Trotzdem ist Cannabis weiterhin ein Arzneimittel: Du benötigst ein Rezept, die Kostenübernahme durch die Krankenkasse erfolgt unter bestimmten Voraussetzungen und die Apotheken geben es in standardisierter Qualität ab. Die vom DGRh genannten zugelassenen Präparate sind Nabiximols (Spray mit THC und CBD), Cannabidiol‑Lösung, Nabilon und Dronabinol. Freiverkäufliche CBD‑Öle, Salben oder Gels unterliegen anderen Regeln und enthalten in der Regel kaum THC.
Für Patient:innen bedeutet dies: Solange du das Cannabis im Rahmen der ärztlichen Therapie verwendest, bewegst du dich im legalen Rahmen. Du musst weder Angst vor Strafverfolgung noch vor stigmatisierenden Kontrollen haben. Ärzt:innen und Apotheken beraten dich diskret und professionell. Nicht erlaubt sind jedoch Eigenanbau oder der Erwerb über inoffizielle Quellen – dies ist nicht nur illegal, sondern birgt auch Gesundheitsrisiken durch unkontrollierte Inhaltsstoffe.
Eine Cannabistherapie entfaltet ihr volles Potenzial, wenn sie in einen ganzheitlichen Ansatz eingebettet ist. Dazu gehören:
Die bisherige Forschung deutet darauf hin, dass Cannabis bei Rheuma unterstützend wirken kann: Cannabinoide interagieren mit dem körpereigenen Endocannabinoid‑System, modulieren Schmerz und Entzündung und können die Schlafqualität verbessern. Eine randomisierte Studie zeigte signifikante Verbesserungen bei rheumatoider Arthritis, und Beobachtungsdaten legen nahe, dass viele Patient:innen Schmerzen, Schlafprobleme und den Bedarf an anderen Medikamenten reduzieren konnten. Gleichzeitig besteht noch keine ausreichende Evidenz, um Cannabis als Heilmittel oder Standardtherapie zu empfehlen – die Datenlage ist begrenzt und heterogen.
Wer sich für eine Therapie entscheidet, sollte realistische Erwartungen haben: Ziel ist eine Linderung der Symptome, nicht die Heilung. Die Behandlung erfordert Geduld, engmaschige ärztliche Begleitung und die Bereitschaft zur Selbstbeobachtung. Cannabisblüten aus der Apotheke bieten eine hochwertige, standardisierte Option, deren Sorten und Dosierungen individuell angepasst werden können. Mit positivem Mindset, guter Aufklärung und einer ganzheitlichen Strategie kann medizinisches Cannabis einen wertvollen Beitrag zu mehr Lebensqualität bei Rheuma leisten.
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