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Endometriose zählt zu den häufigsten gutartigen, aber chronisch verlaufenden gynäkologischen Erkrankungen. Sie kann unterschiedliche Organe betreffen und verursacht oftmals erhebliche Schmerzen und andere Beschwerden. Trotz der weiten Verbreitung sind die Ursachen noch unklar, und die Erkrankung wird häufig erst spät erkannt. In Deutschland nimmt das Bewusstsein für Endometriose zu, doch Betroffene stehen nach wie vor vor zahlreichen Herausforderungen, wenn es um die Diagnose, die Auswahl geeigneter Therapieverfahren und den Umgang mit den Folgen im Alltag geht. Dieser Artikel bietet einen umfassenden, sachlichen Überblick über die verschiedenen Aspekte der Endometriose. Er richtet sich an Laien und schließt an die Empfehlungen der aktuellen medizinischen Leitlinien an. Grundlage sind seriöse Quellen wie die S2k‑Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, Informationen der Endometriose‑Vereinigung Deutschland sowie Veröffentlichungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).
Endometriose ist eine gutartige, chronische Erkrankung, bei der gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutterhöhle wächst. Das Gewebe kann sich an den Eierstöcken, im Bauch‑ und Beckenraum, am Darm oder Bauchfell ansiedeln. In seltenen Fällen werden Endometrioseherde auch außerhalb der Bauchhöhle, zum Beispiel in der Lunge, gefunden. Endometrioseherde können zyklusabhängig reagieren. Dabei können lokale Reizungen, Entzündungsreaktionen, Vernarbungen oder Verwachsungen begünstigt werden. Diese Faktoren werden als mögliche Ursachen für Schmerzen diskutiert; die genauen Mechanismen sind jedoch nicht abschließend geklärt. Diese Prozesse sind vermutlich dafür verantwortlich, dass viele Betroffene unter starken Schmerzen oder Organschäden leiden.
Die Endometriose‑Vereinigung bezeichnet Endometriose als „Chamäleon der Gynäkologie“, weil sich die Krankheit sehr unterschiedlich äußert. Manche Betroffene haben keine Beschwerden, bei anderen führt die Erkrankung zu chronischen Schmerzen, Zyklusstörungen oder Problemen bei der Familienplanung. Die Erkrankung kann prinzipiell jede Person treffen, die eine Gebärmutter hat; sie tritt jedoch vor allem bei Frauen im gebärfähigen Alter auf und wurde in Einzelfällen auch bei trans Männern oder Personen mit Geschlechtsvarianten beschrieben. Untersuchungen zufolge sind in Deutschland schätzungsweise 8–15 % der Mädchen und Frauen betroffen. Weltweit geht die Weltgesundheitsorganisation von rund 190 Millionen Erkrankten aus.
Die Entstehung von Endometriose ist bislang nicht abschließend geklärt. Mehrere Theorien werden diskutiert, unter anderem die Rückfluss‑Menstruation (Retrograde Menstruation), bei der Menstruationsblut durch die Eileiter in die Bauchhöhle gelangt, oder metaplastische Prozesse, bei denen sich Zellen in endometriumähnliches Gewebe umwandeln. Auch immunologische Faktoren, hormonelle Einflüsse und genetische Dispositionen scheinen eine Rolle zu spielen. Aktuelle Arbeiten weisen darauf hin, dass der Körper betroffener Frauen das Gewebe außerhalb der Gebärmutterhöhle nicht ausreichend abbaut und das Immunsystem möglicherweise anders reagiert als bei gesunden Menschen. Da keine der Hypothesen bisher wissenschaftlich bewiesen ist, bleibt die Ätiologie unsicher. In der Folge gibt es bislang keine Möglichkeit, die Erkrankung ursächlich zu heilen.
Die Symptome variieren stark und können zyklusabhängig oder zyklusunabhängig auftreten. Häufig berichten Betroffene über starke, krampfartige Schmerzen vor und während der Menstruation, Unterbauchschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder Schmerzen beim Stuhlgang und beim Wasserlassen. Weitere Beschwerden umfassen Zwischenblutungen, starke Menstruationen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen sowie Durchfall oder Verstopfung. Viele Betroffene berichten über Erschöpfung und Müdigkeit. In wissenschaftlichen Untersuchungen werden zudem mögliche Zusammenhänge mit immunologischen Erkrankungen diskutiert; ein klarer ursächlicher Zusammenhang ist bislang nicht gesichert. Zudem kann die Erkrankung die Fruchtbarkeit beeinträchtigen: bei 40–50 % der Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch ist Endometriose eine mitverursachende oder alleinige Ursache.
Neben den körperlichen Symptomen hat Endometriose auch psychische und soziale Auswirkungen. Betroffene berichten über Einschränkungen im Alltag, in der Partnerschaft und im Berufsleben. Chronische Schmerzen können depressive Verstimmungen, Ängste oder Schlafstörungen begünstigen. Nach den Empfehlungen der S2k‑Leitlinie sollte daher bei Frauen mit Endometriose ein Screening auf Angst‑ und depressive Störungen im Rahmen der psychosomatischen Grundversorgung erfolgen.
Endometriose ist eine „vielgestaltige Erkrankung“. Die Symptome sind unspezifisch und können verschiedenen organischen oder funktionellen Störungen ähneln. Deshalb vergehen vom Auftreten der ersten Beschwerden bis zur Diagnose im Durchschnitt mehrere Jahre. Statistiken der Endometriose‑Vereinigung zeigen, dass es bei Patientinnen mit unerfülltem Kinderwunsch etwa drei Jahre und bei Schmerzpatientinnen bis zu zehn Jahre dauern kann, bis die richtige Diagnose gestellt wird. Fehldiagnosen wie Eierstockentzündungen oder prämenstruelles Syndrom sind häufig.
Der erste Schritt zur Diagnosesicherung ist ein ausführliches ärztliches Anamnesegespräch. Hierbei werden Schmerzintensität, Zeitpunkt und Verlauf der Beschwerden ermittelt. Das Führen eines Schmerz‑ und Symptomtagebuchs kann hilfreich sein, um Zusammenhänge mit dem Menstruationszyklus zu erkennen. Danach folgen körperliche Untersuchungen: Die Tastuntersuchung umfasst den gynäkologischen Bereich, den Douglas‑Raum hinter der Gebärmutter sowie den Enddarm und die Bänder der Gebärmutter.
Zur bildgebenden Diagnostik gehören Ultraschalluntersuchungen, die vaginal (vaginale Sonographie) und über die Bauchdecke (abdominale Sonographie) durchgeführt werden. Bei spezifischen Symptomen können weitere Verfahren wie Darmspiegelungen oder magnetresonanztomografische (MRT) Untersuchungen sinnvoll sein. Bildgebende Verfahren können Hinweise auf Endometriose liefern. Die diagnostische Einordnung hängt jedoch von der individuellen Situation und der fachlichen Erfahrung der Behandelnden ab.
Eine chirurgische Bestätigung der Diagnose erfolgt bei Bedarf durch eine Bauchspiegelung (Laparoskopie), bei der Gewebeproben entnommen und untersucht werden. Die aktuelle Leitlinie betont, dass die Laparoskopie nicht mehr als Goldstandard der Diagnostik gilt, sondern vor allem die oben genannten nicht‑invasiven Untersuchungen genutzt werden sollen. Für besondere Fragestellungen werden vereinzelt neuere Testverfahren untersucht, darunter auch biomarkerbasierte Speicheltests. Ihre Aussagekraft ist derzeit noch Gegenstand wissenschaftlicher Diskussion und sie gehören nicht zur regulären Standarddiagnostik.
Für die Klassifikation der Erkrankung werden international verschiedene Systeme genutzt. Weit verbreitet ist der rASRM‑Score der American Society for Reproductive Medicine, der anhand der Größe und Zahl der Herde sowie von Verwachsungen vier Stadien unterscheidet. In Deutschland findet zusätzlich das #Enzian‑System Anwendung, das vor allem die tief infiltrierende Endometriose einordnet und genau beschreibt, welche Organe betroffen sind. Die genaue Klassifizierung hilft Ärztinnen und Ärzten dabei, geeignete Therapieoptionen zu wählen und den Verlauf zu dokumentieren.

Endometriose gilt als chronische Erkrankung ohne bekannte Prävention oder ursächliche Heilung. Laut S2k‑Leitlinie zielt die Behandlung darauf ab, die Beschwerden zu lindern, Organschäden zu vermeiden und die Lebensqualität zu verbessern. Da die Erkrankung häufig wiederkehrt, ist eine langfristige Therapieplanung erforderlich. Die Wahl der Therapie erfolgt individuell und hängt von der Stärke der Beschwerden, dem Alter, dem Kinderwunsch und möglichen Begleiterkrankungen ab. Die Leitlinie betont, dass konservative Behandlungsmethoden wie hormonelle und andere medikamentöse Therapien meist den ersten Schritt darstellen. Operative Eingriffe sind bei speziellen Indikationen notwendig und werden nach einer sorgfältigen Nutzen‑Risiko‑Abwägung durchgeführt.
Hormonelle Therapien bilden das Fundament der medikamentösen Behandlung. Als Erstlinientherapie empfiehlt die Leitlinie den Einsatz von Gestagenen (z. B. Dienogest) oder von oral verfügbaren Gonadotropin‑Releasing‑Hormon‑(GnRH)‑Antagonisten, gegebenenfalls in Kombination mit einer sogenannten Add‑back‑Therapie. Bei unzureichendem Erfolg können in der Zweitlinie weitere Mittel genutzt werden, darunter andere Gestagene, kombinierte orale Kontrazeptiva oder GnRH‑Agonisten. Ziel dieser Behandlungen ist es, das Wachstum der Endometrioseherde zu hemmen, indem die Produktion von Östrogen unterdrückt wird. In der Praxis werden die verschiedenen Wirkstoffe je nach individueller Verträglichkeit und Begleitsymptomen ausgewählt.
Gestagene wie Dienogest, Desogestrel oder Drospirenon sind im deutschsprachigen Raum für den langfristigen Gebrauch geeignet. Bei der Therapie mit GnRH‑Analoga ist eine Add‑back‑Therapie erforderlich, um die Folgen eines hormonellen Mangels (zum Beispiel Knochendichteverlust) zu minimieren. Die Leitlinie sieht eine Reevaluation durch spezialisierte Zentren vor, wenn zwei hormonelle Therapien nicht ausreichend Besserung bringen. Nach operativen Eingriffen kann eine langfristige hormonelle Therapie eingesetzt werden, um Rezidive hinauszuzögern.
Die Schmerztherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung, insbesondere für Patientinnen mit chronischem Unterbauchschmerz. Laut Leitlinie sollten nichtsteroidale Antiphlogistika (z. B. Ibuprofen, Diclofenac) zur symptomorientierten Schmerzbehandlung eingesetzt werden. Bei anhaltenden Schmerzen, Unverträglichkeiten oder Kontraindikationen für Hormone oder Operationen können verschiedene Arzneimittelklassen je nach zugrunde liegendem Schmerzmechanismus ausprobiert werden. Dazu zählen unter anderem trizyklische Antidepressiva, Gabapentinoide (Gabapentin, Pregabalin), Serotonin‑Noradrenalin‑Wiederaufnahmehemmer sowie Opioidanalgetika. Die Leitlinie betont, dass die Entscheidung für eine Langzeitanwendung von Schmerzmitteln in einer multiprofessionellen Abstimmung getroffen werden soll.
Laut Leitlinie können cannabisbasierte Arzneimittel unter bestimmten Bedingungen im Rahmen eines individuellen Therapieversuchs genutzt werden, wenn andere Behandlungsoptionen nicht ausreichend greifen. Diese Medikamente sind insbesondere bei neuropathischen oder noziplastischen Schmerzmechanismen aufgeführt. In Fachpositionen wird bei jüngeren Patientinnen besondere Zurückhaltung empfohlen. Die Entscheidung über eine Verordnung erfolgt stets individuell und unter ärztlicher Abwägung. Für einen verantwortungsvollen Umgang wird auf das Positionspapier der Deutschen Schmerzgesellschaft verwiesen. Wichtig ist die Begleitung durch Ärztinnen und Ärzte, die Erfahrung mit der Verordnung haben.
Mit Inkrafttreten des Cannabis‑Gesetzes (CanG) zum 1. April 2024 wurden Cannabis zu medizinischen und wissenschaftlichen Zwecken aus dem Betäubungsmittelgesetz herausgenommen. Sie werden jetzt durch das Medizinal‑Cannabisgesetz (MedCanG) geregelt. Das BfArM weist darauf hin, dass Cannabisarzneimittel nicht mehr auf einem Betäubungsmittelrezept, sondern auf einem normalen Rezept verschrieben werden und keine pauschale Aussage zur therapeutischen Anwendung möglich ist. Patientinnen und Patienten sollen Fragen zu Indikationen, Dosierung, Darreichungsform und möglichen Nebenwirkungen mit ihrer behandelnden Ärztin oder ihrem behandelnden Arzt klären. Zudem wird von der Anwendungsart Rauchen abgeraten, da der Verbrennungsprozess zusätzliche Schadstoffe freisetzen kann. Diese Hinweise unterstreichen, dass cannabisbasierte Therapien in Deutschland weiterhin einer engen ärztlichen Überwachung und individuellen Nutzen‑Risiko‑Abwägung unterliegen und nicht als allgemeine Empfehlung gelten.
Operationen können notwendig werden, wenn medikamentöse Therapien nicht ausreichend wirken oder wenn Organschäden drohen. Die Leitlinie empfiehlt bei tief infiltrierender Endometriose eine vollständige Resektion, wenn die erwarteten Vorteile (Schmerzlinderung, Schutz der Organe) die Risiken eines chirurgischen Eingriffs überwiegen. Die Standardmethode der operativen Therapie ist die minimalinvasive Chirurgie (Laparoskopie). Sie ist gegenüber der offenen Operation (Laparotomie) mit einer kürzeren Operationszeit, geringerem Blutverlust und einer kürzeren Hospitalisationszeit verbunden. Eine erneute Operation sollte nur erwogen werden, wenn zwingende Gründe vorliegen; zuvor ist eine medikamentöse Behandlung zu prüfen. Die Wahl der Operationsmethode und der Zeitpunkt hängen stark von individuellen Faktoren ab, etwa vom Alter, vom Ausmaß der Herde und vom Kinderwunsch.
Neben den genannten Behandlungsformen spielen ergänzende Maßnahmen eine wichtige Rolle. Dazu gehören physiotherapeutische Behandlungen, Entspannungsverfahren, Akupunktur oder psychosomatische Betreuung. Multimodale Ansätze werden als unterstützende Maßnahmen diskutiert und können im Rahmen eines individuellen Therapiekonzepts berücksichtigt werden In Deutschland bieten einige Rehabilitationskliniken spezielle Programme für Endometriose an, die neben medizinischer Behandlung auch Beratung zu Ernährung, Bewegung und Alltagsbewältigung einschließen. Ziel ist es, den Betroffenen ein ganzheitliches Konzept zur besseren Bewältigung der chronischen Erkrankung zu vermitteln.

Endometriose betrifft viele Lebensbereiche. Betroffene müssen häufig Entscheidungen über Therapieoptionen treffen und lernen, mit Schmerzen und möglichen Einschränkungen im Alltag umzugehen. Nach Angaben der Informationsplattform Gesundheitsinformation.de werden Behandlungsmöglichkeiten individuell abgestimmt, und die erste Anlaufstelle ist meist die Frauenarztpraxis. Zertifizierte Endometriose‑Zentren bieten interdisziplinäre Betreuung, in der spezialisierte Fachkräfte gemeinsam ein Therapiekonzept erarbeiten.
Psychische Belastungen wie Angst oder Depression sind bei Endometriose nicht selten. Die S2k‑Leitlinie empfiehlt, diese Aspekte im Rahmen der gynäkologischen psychosomatischen Grundversorgung zu berücksichtigen. Hilfreich können psychologische Beratung, Selbsthilfegruppen oder der Austausch mit anderen Betroffenen sein. Die Endometriose‑Vereinigung Deutschland bietet Beratungen für Betroffene und Angehörige an und gibt Hinweise auf Selbsthilfegruppen, in denen Erfahrungen geteilt werden können. Die Teilnahme an solchen Gruppen kann das Gefühl der Isolation mindern und bei der Krankheitsbewältigung unterstützen.
Die wissenschaftliche Forschung zu Cannabis in der Endometriose‑Therapie steckt noch in den Anfängen. Ein Literaturreview aus dem Jahr 2024 analysierte Studien zwischen 1996 und 2022, die den Einsatz von Cannabisprodukten zur Linderung von Endometriose‑assoziierten Schmerzen untersuchten. Von 522 identifizierten Veröffentlichungen erfüllten nur acht die Kriterien für eine nähere Auswertung. Dabei handelte es sich größtenteils um Umfragen, zwei systematische Reviews, eine retrospektive Kohortenstudie und eine Literaturübersicht. In einzelnen Befragungen berichteten Teilnehmerinnen über subjektive Veränderungen ihres Schmerzempfindens. Aussagen über eine tatsächliche Verringerung anderer Schmerzmedikamente lassen sich aus diesen Daten jedoch nicht sicher ableiten.
Die Autorinnen und Autoren des Reviews kommen zu dem Schluss, dass die Nutzung von Cannabisprodukten für die Schmerztherapie der Endometriose von vielen Betroffenen positiv wahrgenommen wird, die aktuelle Datenlage jedoch gering ist. Hinweise auf mögliche Wirkmechanismen beschreiben eine Interaktion mit dem körpereigenen Endocannabinoid‑System, das an der Schmerzverarbeitung, Entzündungsregulation und Muskelentspannung beteiligt ist. Es fehlen jedoch randomisierte kontrollierte Studien, die die Wirksamkeit und Sicherheit klar belegen. Deshalb sollten Cannabispräparate nur im Rahmen einer ärztlichen Begleitung und nach individueller Abwägung eingesetzt werden. Dies deckt sich mit den Empfehlungen der Deutschen Schmerzgesellschaft und der S2k‑Leitlinie.
Seit 2017 ist medizinisches Cannabis in Deutschland auf ärztliche Verschreibung für schwerwiegend erkrankte Patientinnen und Patienten zugelassen. Das Gesetz zum kontrollierten Umgang mit Cannabis (CanG), das am 1. April 2024 in Kraft getreten ist, hat Cannabis für medizinische und wissenschaftliche Zwecke aus dem Betäubungsmittelgesetz herausgenommen und im Medizinal‑Cannabisgesetz neu geregelt. Somit wird medizinisches Cannabis nicht mehr auf einem Betäubungsmittelrezept, sondern auf einem regulären Rezept verordnet. Das BfArM betont, dass es keine generelle Empfehlung zur therapeutischen Anwendung von Cannabisprodukten geben kann. Patientinnen und Patienten sollen die Indikation, Dosierung und geeignete Darreichungsformen mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen. Insbesondere wird von der Anwendungsart „Rauchen“ abgeraten, da beim Verbrennen gesundheitsschädliche Substanzen entstehen. Auch die Frage, ob während der Einnahme von Cannabisarzneimitteln aktiv am Straßenverkehr teilgenommen werden darf, sollte mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden.

Endometriose kann das tägliche Leben stark beeinflussen. Frauen, die unter der Erkrankung leiden, berichten über Einschränkungen in Partnerschaft, Beruf und Freizeit. Folgende Strategien können helfen, den Alltag besser zu bewältigen:
Nach aktuellem Wissensstand gibt es keine ursächliche Therapie. Die Behandlung zielt darauf ab, Beschwerden zu lindern, Organschäden zu verhindern und die Lebensqualität zu verbessern. Die Wahl der Maßnahmen erfolgt individuell und kann hormonelle, medikamentöse, chirurgische sowie ergänzende Therapien umfassen.
Die Diagnose basiert auf einem ausführlichen Anamnesegespräch, körperlichen Untersuchungen und bildgebenden Verfahren wie Ultraschall und MRT. Bei Bedarf kann eine Laparoskopie durchgeführt werden, um die Diagnose durch eine Gewebeprobe zu sichern. Neuere Methoden wie Speicheltests befinden sich noch in der Entwicklung und werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Therapeutische Optionen umfassen hormonelle Behandlungen, Schmerztherapie, operative Eingriffe und ergänzende Maßnahmen wie Physiotherapie und psychologische Betreuung. Die S2k‑Leitlinie empfiehlt eine individuelle Nutzen‑Risiko‑Abwägung und eine langfristige Therapieplanung.
Cannabisbasierte Arzneimittel sind eine Option für einzelne Patientinnen, wenn andere Schmerztherapien nicht ausreichen. Laut Leitlinie können sie je nach Schmerzmechanismus erwogen werden. Sie sollten jedoch unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt werden, sind für Personen unter 25 Jahren nicht geeignet und werden in Deutschland über ein normales Rezept verordnet. Die wissenschaftliche Datenlage ist noch begrenzt; randomisierte klinische Studien liegen bisher kaum vor.
Betroffene können sich an spezialisierte Endometriose‑Zentren, gynäkologische Praxen sowie an die Endometriose‑Vereinigung Deutschland wenden. Dort werden Beratungen für Betroffene und Angehörige, Hinweise zu Selbsthilfegruppen und weiterführende Informationen zur Verfügung gestellt.
Rechtlicher Hinweis: Die bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der sachlichen Aufklärung und allgemeinen Information. Sie ersetzen weder eine ärztliche Diagnose noch eine individuelle medizinische Beratung oder Behandlung. Entscheidungen zu Diagnostik und Therapie sollten stets gemeinsam mit einer qualifizierten Ärztin oder einem qualifizierten Arzt getroffen werden.
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