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Migräne gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen weltweit. Laut Gesundheitsstatistiken leiden zwischen zehn und 15 Prozent der Bevölkerung in Deutschland an dieser Form des Kopfschmerzes, Frauen deutlich häufiger als Männer. Anders als Spannungskopfschmerzen sind Migränen anfallsartig, massiv beeinträchtigend und gehen häufig mit vegetativen Symptomen wie Übelkeit und Erbrechen einher.
Viele Betroffene fühlen sich mit ihren Beschwerden allein gelassen und suchen nach Antworten: Wie erkenne ich die ersten Anzeichen? Wie lange dauert eine Attacke? Und gibt es jenseits der klassischen Tablette neue Wege wie die Cannabistherapie? Dieser Artikel beantwortet diese Fragen umfassend und richtet sich an Menschen, die zum ersten Mal von Migräne betroffen sind, ebenso wie an Angehörige und erfahrene Patient:innen.
Schon zu Beginn möchten wir Ihnen einen Überblick über die Möglichkeiten einer Cannabistherapie geben. Denn auch wenn die Forschung noch in den Kinderschuhen steckt, berichten einige Betroffene von positiven Erfahrungen bei akuten Migräneattacken. Wir informieren Sie neutral über Potenziale, Grenzen und rechtliche Rahmenbedingungen.

Das Interesse an medizinischem Cannabis ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Im Körper gibt es ein Endocannabinoid-System, das an der Schmerzverarbeitung, dem Schlaf-Wach-Rhythmus und entzündlichen Prozessen beteiligt ist. Pflanzenstoffe wie Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) binden an entsprechende Rezeptoren und könnten so bei der Migräne eine modulierende Rolle spielen.
In einer neueren, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Cross-over-Studie behandelten Patient:innen ihre akuten Migräneattacken mit inhalierter Cannabisblüte. Eine Mischung aus 6 % THC und 11 % CBD war dem Placebo bei der Schmerzfreiheit und der Befreiung vom belastendsten Symptom nach zwei Stunden überlegen. Die positive Wirkung hielt bis zu 24 und 48 Stunden an, während reines CBD allein keine signifikanten Effekte zeigte. Ein weiterer Vorteil: Das Zusammenspiel von THC und CBD reduzierte die typischen psychoaktiven Nebenwirkungen von THC.
Solche Daten lassen hoffen, aber sie ersetzen keine groß angelegten klinischen Studien. Es handelt sich um erste Hinweise, die in zukünftigen Forschungen bestätigt werden müssen. Aussagen wie „Cannabis heilt Migräne“ wären fehl am Platz. Was wir mitnehmen können: Cannabinoide können im Rahmen einer multimodalen Therapie ergänzend eingesetzt werden, wenn herkömmliche Medikamente unzureichend wirken.
Illegales Straßencannabis unterscheidet sich erheblich von medizinischem Cannabis. Es wird meist ohne behördliche Kontrolle angebaut, enthält unbekannte Mengen an THC und kann mit Schwermetallen, Pestiziden oder synthetischen Zusatzstoffen verunreinigt sein. Eine solche Substanz kann nicht nur wirkungslos sein, sondern auch zu Psychosen, Herz-Kreislauf-Problemen oder Vergiftungen führen.
Medizinische Cannabisblüten und Extrakte unterliegen strengen Qualitätskontrollen. Sie werden auf Wirkstoffgehalt, Reinheit und mikrobiologische Sicherheit geprüft. Eine ärztliche Verschreibung gewährleistet, dass Dosierung und Wirkstoffverhältnis individuell angepasst werden. Nutzen Sie also keine Straßenware, sondern sprechen Sie bei Interesse mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Eine Cannabistherapie kommt vor allem in Frage, wenn herkömmliche Medikamente nicht ausreichend helfen oder starke Nebenwirkungen verursachen. Dies kann bei chronischer Migräne der Fall sein, wenn Betroffene an mehr als 15 Tagen pro Monat Kopfschmerzen und an mehr als acht Tagen Migräne haben. Auch Personen, die unter Medikamentenübergebrauchskopfschmerzen leiden oder Triptane nicht vertragen, können von einer zusätzlichen Option profitieren.
Doch auch hier gilt: Die Anwendung erfolgt immer im Rahmen einer Gesamtstrategie. Cannabis sollte nicht das erste Mittel der Wahl sein, sondern eine mögliche Komponente im Behandlungsplan. Die Entscheidung für oder gegen eine Cannabistherapie treffen Patient:in und Ärzt:in gemeinsam, basierend auf der Anamnese, dem individuellen Verlauf und der gesetzlichen Situation.
Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende Anfälle von mittelstarken bis starken Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Im Gegensatz zu Spannungskopfschmerzen sind Migräne meist einseitig, pulsierend und verstärken sich bei körperlicher Aktivät. Sie dauern unbehandelt zwischen vier und 72 Stunden, während Spannungskopfschmerzen oft beidseitig und drückend sind und nur wenige Stunden anhalten. Clusterkopfschmerzen hingegen manifestieren sich durch bohrende Schmerzen rund um das Auge und gelten als besonders heftig, dauern aber in der Regel nur 15 Minuten bis drei Stunden.
Eines der Schlüsselsymptome der Migräne ist die Übelkeit, häufig begleitet von Erbrechen. Gleichzeitig reagieren Betroffene sehr empfindlich auf Licht und Geräusche. Diese Symptome fehlen bei vielen anderen Kopfschmerzarten oder treten wesentlich schwächer auf.
In seltenen Fällen geht einer Migräne eine Aura voraus, bei der es zu visuellen Störungen, Missempfindungen oder Sprachschwierigkeiten kommt. Bei der Migräne ohne Aura beginnen die Schmerzen ohne neurologische Vorboten. Beide Varianten können bei ein und derselben Person auftreten.
Um Migräne richtig zu deuten, hilft ein Vergleich mit den häufigsten Kopfschmerzformen. Spannungskopfschmerzen zeichnen sich durch einen dumpfen, drückenden Schmerz auf beiden Kopfseiten aus. Sie werden häufig als ein Band um den Kopf beschrieben und verschlimmern sich nicht durch körperliche Aktivität.
Migräne dagegen kommt mit pulsierenden, pochenden Schmerzen auf einer Kopfseite daher, die sich bei Bewegung verstärken und Betroffene in ihren Alltagsaktivitäten einschränken. Vegetative Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit (Photophobie) oder Geräuschempfindlichkeit (Phonophobie) sind bei Migräne typisch und bei Spannungskopfschmerz selten.
Das Erkennen von Migräne-Symptomen ist der erste Schritt zu einer wirksamen Behandlung. Die Attacken verlaufen meist in fünf Phasen, die individuell verschieden lang ausfallen können.
Viele Menschen spüren Stunden bis zwei Tage vor dem eigentlichen Kopfschmerz erste Anzeichen, die auf eine bevorstehende Migräne hinweisen. Dazu gehören:
Diese Symptome sind unspezifisch, können aber in Kombination für Betroffene zu wichtigen Frühwarnzeichen werden.
Bei einem Teil der Betroffenen folgt auf die Prodromalphase eine Auraphase. Diese Phase zeichnet sich durch reversible neurologische Symptome aus, die sich langsam entwickeln und jeweils 5 bis 60 Minuten andauern. Dazu zählen:
Der Migräneschmerz entsteht oft einseitig an Stirn, Schäfen oder Augenregion, kann sich aber auf beide Seiten ausbreiten oder von Attacke zu Attacke die Kopfseite wechseln. Die Schmerzphase dauert meist vier bis 72 Stunden. Typische Merkmale sind:
Nach Abklingen der Hauptattacke entwickeln sich die pochenden Kopfschmerzen zu einem flachen, gleichbleibenden Schmerz und verschwinden nach und nach. Viele Betroffene fühlen sich erschöpft, müde und reizbar und müssen viel schlafen, bis der Anfall vollständig vorbei ist. Konzentrationsprobleme und Appetitlosigkeit können noch bis zu 24 Stunden bestehen bleiben. Manche erleben eine kurze Phase der Euphorie.

Die Gesamtdauer einer Migräneattacke variiert. Klassischerweise setzten Ärzt:innen die Dauer von Migräneanfällen in der International Classification of Headache Disorders (ICHD-3) mit vier bis 72 Stunden an. Die einzelnen Phasen können wie folgt ablaufen:
Bei Kindern können Migräneanfälle kürzer sein und sich vor allem durch Bauchschmerzen, Schwindel oder Erbrechen ohne Kopfschmerz äußern. Diese Variante wird abdominelle Migräne genannt.
Die genauen Mechanismen der Migräne sind noch nicht vollständig verstanden. Studien deuten darauf hin, dass ein Ungleichgewicht von Botenstoffen, insbesondere Serotonin und CGRP, im Gehirn eine Rolle spielt. Auch genetische Veranlagungen beeinflussen die Reizverarbeitung im Gehirn. Manche Gene, die Ionenkanäle oder Enzyme betreffen, erhöhen die Anfälligkeit für Migräne.
Die sogenannte kortikale Spreitungsdepression – eine sich ausbreitende Depolarisationswelle über die Hirnrinde – wird als Auslöser der Aura vermutet. Diese Welle aktiviert das Trigeminovaskuläre System, wodurch Entzündungsbotenstoffe freigesetzt und die Blutgefäße erweitert werden. Zwar löst diese Aktivierung den Schmerz nicht allein aus, sie bildet jedoch einen wichtigen Teil der Reaktionskette.
Migräneattacken werden selten durch einen einzigen Faktor verursacht. Vielmehr ist es die Summe individueller Trigger, die bei Überschreiten einer persönlichen Schwelle eine Attacke auslöst. Wichtige Trigger sind:
Ein Kopfschmerztagebuch hilft, Zusammenhänge zu erkennen. Halten Sie Datum, Uhrzeit, Nahrungsaufnahme, Stresslevel, Schlafdauer und Begleitsymptome fest. Je genauer Sie Ihre Angriffe dokumentieren, desto leichter lassen sich Trigger identifizieren und vermeiden.
Viele Betroffene berichten, dass Temperaturschwankungen, Luftdruckänderungen oder hohe Luftfeuchtigkeit Migräneanfälle auslösen. Es wird angenommen, dass Wetterbedingungen die Blutgefäße beeinflussen und so neuronale Prozesse anstoßen. Auch wenn Sie das Wetter nicht kontrollieren können, können Sie mit regelmäßiger Bewegung an der frischen Luft, ausreichender Hydratation und wetterangepasster Kleidung vorbeugen.
Die Diagnose einer Migräne erfolgt in der Regel durch neurologisch geschulte Ärzt:innen und basiert auf Kriterien der International Classification of Headache Disorders (ICHD-3). Wichtige Schritte sind:
Die Diagnose Migräne ohne Aura wird gestellt, wenn
Die Migräne mit Aura erfordert zudem mindestens zwei Attacken mit Aura-Symptomen.
Der Schwerpunkt der Akuttherapie liegt darauf, die Schmerzen und Begleitsymptome zu reduzieren und die Funktion im Alltag wiederherzustellen. Bewährte Optionen sind:
Wer mehr als drei Migräneattacken pro Monat hat oder stark beeinträchtigt ist, sollte eine prophylaktische Therapie erwägen. Sie zielt darauf ab, Häufigkeit und Schwere der Anfälle zu reduzieren. Mögliche Medikamente sind:
Die Wahl des Medikaments hängt von Begleiterkrankungen, Nebenwirkungen und individuellen Risikofaktoren ab. Die Behandlung sollte mindestens drei bis sechs Monate ausprobiert und dann mit der Ärztin oder dem Arzt bewertet werden.
Wie eingangs erklärt, kann eine medizinisch begleitete Cannabistherapie in bestimmten Fällen eine sinnvolle Ergänzung sein. Zusammenfassend:
Viele Betroffene profitieren von Lebensstiländerungen und komplementären Verfahren. Dazu gehören:

Viele Frauen erleben, dass sich ihre Migräne in der Schwangerschaft verbessert oder sogar aussetzt. Andere leiden weiterhin oder erstmalig. Da viele Medikamente kontraindiziert sind, rücken nicht-medikamentöse Methoden wie Akupunktur, Akupressur, Entspannungstechniken und eine magnesiumreiche Ernährung in den Vordergrund. Sprechen Sie Ihre Beschwerden frühzeitig in der gynäkologischen Praxis an. THC-haltige Präparate sind während Schwangerschaft und Stillzeit tabu; CBD-Präparate sollten ebenfalls nur nach strenger ärztlicher Abwägung genutzt werden.
Migräne betrifft auch Kinder und Jugendliche. Sie zeigen häufig atypische Symptome: Bauchschmerzen, Schwindel, wiederkehrendes Erbrechen oder Lichtempfindlichkeit ohne Kopfschmerz. Eine sorgfältige Diagnose ist wichtig, um andere Ursachen auszuschließen. Die Therapie orientiert sich am Alter; im Vordergrund stehen nicht-medikamentöse Verfahren (Biofeedback, Entspannungsübungen), wohingegen Triptane erst ab bestimmten Alters- und Gewichtsklassen zugelassen sind. Cannabis sollte bei Minderjährigen nur in Ausnahmefällen und in enger Abstimmung mit Spezialzentren eingesetzt werden.
Hormonelle Einflüsse spielen eine große Rolle. Viele Frauen erleben Migräne kurz vor oder während der Menstruation. Menstruationsassoziierte Migräne können durch prophylaktische Gabe von NSAR oder Triptanen an den Zyklustagen gemildert werden. Hormonelle Verhütungsmittel mit hohem Östrogenanteil können das Risiko für Schlaganfälle leicht erhöhen, weshalb bei Migräne mit Aura östrogenfreie oder niedrig dosierte Gestagenpräparate empfohlen werden. Auch bei Cannabistherapie ist die hormonelle Situation zu berücksichtigen, da Wechselwirkungen mit oralen Kontrazeptiva möglich sind.
Migräne tritt häufig gemeinsam mit anderen chronischen Erkrankungen wie Fibromyalgie, Reizdarmsyndrom, Depressionen oder Angststörungen auf. In solchen Fällen ist ein multimodaler Therapieansatz sinnvoll: Kombination aus medikamentöser Behandlung, Psychotherapie, Bewegung und gegebenenfalls Cannabinoiden. Wichtig ist die Abstimmung zwischen den behandelnden Fachrichtungen, um Wechselwirkungen zu vermeiden.
Migräne ist eine komplexe Erkrankung, die mehr als nur Kopfschmerzen umfasst. Halbseitige, pulsierende Schmerzen, Übelkeit und Lichtempfindlichkeit sind typische Zeichen, die in unterschiedlicher Kombination auftreten. Ein strukturierter Blick auf die verschiedenen Phasen hilft, Anfälle zu erkennen und zu verstehen. Die Dauer einer Migräneattacke kann sehr variieren, aber mit dem Wissen über Vorboten, Trigger und Begleitsymptome lassen sich Attacken oft frühzeitig identifizieren.
Klassische Medikamente wie NSAR und Triptane sowie prophylaktische Wirkstoffe bilden weiterhin das Rückgrat der Migränebehandlung. Daneben haben sich Lebensstiländerungen, Entspannungstechniken und Stressmanagement bewährt. Medizinisches Cannabis ist eine ergänzende Option, die in den letzten Jahren an Bedeutung gewinnt. Erste Studien zeigen positive Effekte einer THC-CBD-Kombination auf akute Migräneattacken, jedoch bleiben viele Fragen offen.
Ob konventionelle Medikamente, alternative Verfahren oder Cannabistherapie – wichtig ist, dass Sie Ihre individuellen Symptommuster und Auslöser kennen. Ziehen Sie bei anhaltenden Beschwerden medizinischen Rat hinzu. Mit einem guten Selbstmanagement, einer vertrauensvollen ärztlichen Begleitung und der Offenheit für bewährte wie neuartige Behandlungswege können Sie Ihren Umgang mit der Migräne verbessern und die Lebensqualität erhöhen.
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