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Panikattacken sind beängstigende, überwältigende Angstanfälle, die vielen Menschen vertraut sind. In der Diskussion um Cannabisblüten als Medizin taucht oft die Frage auf: Kann CBD Panikattacken auslösen? Viele Patient:innen suchen nach einem pflanzlichen Mittel gegen Unruhe und möchten wissen, ob Cannabidiol (CBD) ihnen helfen oder schaden könnte. Dieser Artikel richtet sich an erwachsene Erstinformierte in Deutschland, die sich über medizinisches Cannabis – insbesondere Cannabisblüten aus der Apotheke – informieren möchten. Er erklärt leicht verständlich, wie CBD und THC auf unser Körpersystem wirken, welche Studienlage es zur Angst gibt und warum eine ärztliche Begleitung entscheidend ist. Du erfährst, welche Nebenwirkungen möglich sind, wie du typische Anwendungsfragen beantwortest und welchen Weg du gehen musst, um Cannabispatient:in zu werden.
Am Ende wirst du verstehen, warum CBD in der Regel keine Panikattacken auslöst, wie individuelle Faktoren eine Rolle spielen und wie du dir professionell Unterstützung holen kannst.
Um zu verstehen, wie CBD auf Körper und Psyche wirkt, lohnt sich ein Blick auf das Endocannabinoid‑System (ECS). Dieses System besteht aus körpereigenen Botenstoffen (Endocannabinoiden) und Rezeptoren, die über den ganzen Körper verteilt sind. Es reguliert wichtige Funktionen wie Lernen, Gedächtnis, Emotionen, Schlaf, Temperatur, Schmerz, Entzündungen, Immunsystem und Appetit.
Die meisten CB1‑Rezeptoren sitzen im Gehirn. Sie wirken wie Verkehrspolizisten für andere Neurotransmitter: Sie drehen Signale hoch oder runter, je nachdem was gerade gebraucht wird. CB2‑Rezeptoren befinden sich vor allem in Immungeweben und steuern Entzündungsvorgänge. Endocannabinoide wie Anandamid („Bliss‑Molekül“) docken an diese Rezeptoren an und bringen unser System ins Gleichgewicht.
Cannabidiol (CBD) ist einer von über hundert Wirkstoffen aus der Cannabispflanze. Im Gegensatz zu seinem „Geschwister“ THC bindet CBD nur schwach an CB1‑ und CB2‑Rezeptoren und hat deshalb keine psychoaktiven Effekte. Es macht also nicht „high“. CBD wird häufig aus Hanf gewonnen, einem Cannabisstamm mit extrem niedrigem THC‑Gehalt. Es wird in verschiedenen Produkten (Öle, Kapseln, Cremes) eingesetzt und gilt als sicher, wobei die Qualität der Produkte stark variiert.
Tetrahydrocannabinol (THC) ist der Hauptwirkstoff der Cannabispflanze und verantwortlich für die berauschenden Effekte. THC bindet an CB1‑Rezeptoren im Gehirn und löst einen psychoaktiven Effekt aus. In geringen Dosen kann THC beruhigen; höhere Dosen können Angst und Unruhe verstärken. Produkte mit viel THC können somit bei empfindlichen Personen Unwohlsein oder gar Paniksymptome hervorrufen.
Medizinische Cannabisblüten enthalten immer ein natürliches Verhältnis aus THC und CBD sowie weiteren Stoffen wie Terpenen und Flavonoiden. Ärzt:innen wählen Sorte und Stärke nach therapeutischem Ziel aus und können so das Verhältnis anpassen.

Viele Patient:innen fragen sich, ob der Konsum von CBD zu Panikattacken führen könnte. Die aktuelle Forschung deutet eher auf das Gegenteil hin: CBD besitzt in Studien eine angstlindernde Wirkung. Dennoch reagieren Menschen unterschiedlich, und es gibt noch offene Fragen.
Eine aktuelle Studie untersuchte 1962 Krebspatient:innen, die am Minnesota Medical Cannabis Program teilnahmen. Über 30 Tage hinweg gaben sie an, wie sich ihre Angst veränderte. Das Ergebnis: Je höher der CBD‑Anteil, desto stärker sank der Angstwert. Mit jeder zusätzlichen 5‑mg‑Einheit CBD pro Tag verbesserte sich der Angstscore signifikant. Die Forschenden folgerten, dass höhere CBD‑Dosen und eine enterale Einnahme (z.B. Ölkapseln) mit einer spürbaren Reduktion von Angst verbunden sind.
Eine weitere klinische Untersuchung fasste human- und Tierstudien zur Panikstörung (Panic Disorder) zusammen. Die Autor:innen berichten, dass die ausgewerteten Experimente klar auf eine anxiolytische (angstreduzierende) Wirkung von CBD hindeuten. In simulierten Redetests erhielten gesunde Teilnehmer:innen 300 mg bis 600 mg CBD. Anschließend sank ihr Angstlevel während des Vortrags deutlich.
Nicht alle Studien kommen zu denselben Ergebnissen. Eine neuere Übersicht über die Effekte von THC und CBD auf Angst berichtet, dass die anxiolytische Wirkung von CBD in aktuellen Untersuchungen uneinheitlich ist. Einige Studien finden keinen Einfluss von CBD auf Angst, andere zeigen nur geringe Effekte oder eine starke Abhängigkeit von Dosis, Geschlecht und THC‑Gehalten. Ebenso wurde beobachtet, dass THC – besonders in höheren Dosen – anxiogene Effekte (erhöhter Puls, Nervosität) verursacht. Interessanterweise können erfahrene Cannabisnutzer:innen und Produkte mit sowohl THC als auch CBD diese negativen Effekte abmildern.
Die Frage „Kann CBD Panikattacken auslösen?“ lässt sich daher beruhigt beantworten: Laut seriösen Quellen ist CBD nicht dafür bekannt, Angst oder Panik zu verstärken. Das Gesundheitsportal GoodRx erklärt explizit, dass CBD nicht wahrscheinlich ist, Angst zu erhöhen oder Panik auszulösen, während THC dies bei höheren Dosen tun kann. CBD ist nicht berauschend und führt weder zu Missbrauch noch zu einer Abhängigkeit.
Allerdings gibt es Qualitätsunterschiede bei frei verkäuflichen Produkten. Einige CBD‑Öle können ungewollt THC oder andere Verunreinigungen enthalten. Diese Verunreinigungen können bei empfindlichen Personen Unruhe hervorrufen. Deshalb sollte man nur geprüfte Produkte aus der Apotheke verwenden und die ärztlich empfohlene Dosierung einhalten.
Auch wenn CBD selbst selten Angst verstärkt, gibt es Situationen, in denen Cannabisprodukte unangenehme Gefühle verursachen können. Diese Faktoren solltest du kennen:
Viele Patient:innen berichten von einer beruhigenden Wirkung. In der Krebsstudie sank der Angstwert bei höheren CBD‑Dosen deutlich. Wissenschaftler:innen vermuten, dass CBD die Signalübertragung des Neurotransmitters Serotonin beeinflusst und so Stress mindern kann.
Ein weiteres Potenzial liegt in der Kombination von CBD mit THC. Eine Übersichtsarbeit stellt fest, dass die anxiogene Wirkung von THC durch gleichzeitige Gabe von CBD teilweise abgeschwächt wird. In der Schmerztherapie zeigt eine Studie, dass eine Mischung aus THC und CBD stärkere Schmerzlinderung bietet als THC allein. Dies deutet darauf hin, dass CBD die Wirkung von THC moduliert und unerwünschte Effekte reduzieren kann.
Während die meisten Menschen CBD gut vertragen, können milde Nebenwirkungen auftreten. Laut dem Medizinportal Verywell Mind gehören Müdigkeit, Magen‑Darm‑Probleme, trockener Mund, Appetitveränderung, Übelkeit und Wechselwirkungen mit Medikamenten zu den häufigsten unerwünschten Effekten. Insbesondere bei hohen Dosen oder in Kombination mit anderen sedierenden Mitteln kann es zu starker Müdigkeit oder Schläfrigkeit kommen. Einige Präparate erhöhen die Leberenzyme; deshalb sollte bei regelmäßiger Anwendung die Leberfunktion ärztlich überwacht werden.
Im Vergleich dazu verursachen THC‑reiche Produkte laut einer systematischen Übersicht häufiger Schwindel, Sedierung und Übelkeit. Deshalb ist es wichtig, mit ärztlicher Hilfe eine passende Sorte und Dosierung zu finden.

Cannabisblüten aus der Apotheke sind getrocknete Blütenstände der Cannabispflanze, die unter pharmazeutischen Standards angebaut und verarbeitet werden. Anders als frei verkäufliche CBD‑Öle enthalten Blüten ein komplexes Profil aus Cannabinoiden (THC, CBD, weitere Cannabinoide) und Terpenen. Jede Sorte besitzt eine einzigartige Zusammensetzung, die Geschmack, Geruch und potenzielle Wirkung beeinflusst.
Da die Blüten aus kontrolliertem Anbau stammen, sind sie frei von Pestiziden und werden auf Wirkstoffgehalt geprüft. Apotheker:innen geben sie nur auf Rezept ab; so ist sichergestellt, dass die Behandlung von einer Ärztin oder einem Arzt begleitet wird.
Die Sortenvielfalt ermöglicht es, Therapien individuell zu gestalten. Einige Sorten haben einen höheren CBD‑Anteil und werden als „ausgleichend“ beschrieben, während andere mehr THC enthalten und stärker sedierend wirken können. Terpene – die ätherischen Öle der Pflanze – modifizieren das Erleben zusätzlich. Beispielsweise wird Limonen ein stimmungsaufhellender Effekt zugeschrieben, während Myrcen beruhigend wirken könnte.
Ärzt:innen berücksichtigen deine Symptome, deine bisherige Medikamentengeschichte und deine Erfahrungen mit Cannabis, um eine geeignete Sorte zu finden. Es gibt keine „Einheitsmischung“; die individuelle Anpassung ist Teil der Therapie.
Viele Patient:innen nehmen Cannabisblüten per Vaporizer ein. Beim Verdampfen werden Wirkstoffe bei kontrollierten Temperaturen freigesetzt, ohne die schädlichen Verbrennungsprodukte von Rauch zu erzeugen. Ein Vaporizer erlaubt es, die Temperatur und damit die Wirkstoffabgabe zu steuern, was ein sanfteres Anfluten der Effekte ermöglicht.
Es empfiehlt sich, die Anwendung unter Anleitung zu erlernen. Ärzt:innen und manche Apotheken erklären dir, wie man den Vaporizer richtig füllt, welches Zubehör nötig ist und wie du nach dem Inhalieren Ruhe bewahrst. Wer zum ersten Mal Cannabis inhaliert, sollte an einem sicheren Ort mit Unterstützung einer vertrauten Person starten.
Nein. CBD ist nicht psychoaktiv und führt nicht zu einem „High“. THC ist der Stoff in Cannabis, der für den Rausch verantwortlich ist. Medizinische Cannabisblüten enthalten zwar THC, doch dank des CBD‑Gehalts und der ärztlichen Dosierung wird der berauschende Effekt im therapeutischen Kontext möglichst gering gehalten.
Viele beschreiben den Beginn einer Cannabistherapie als dezent und entspannend. Die Wirkung kommt bei Vaporisierung langsam, sodass du dich daran gewöhnen kannst. Manche spüren eine sanfte Entspannung in Muskeln und Geist. Sollte dir schwindlig werden oder du dich unsicher fühlen, setze dich hin, atme ruhig und trinke Wasser. Der Effekt lässt sich durch niedrige Dosierungen steuern; ein Vertrauensarzt begleitet dich.
Unruhe kann verschiedene Gründe haben, zum Beispiel eine zu hohe THC‑Dosis, eine ungewohnte Umgebung oder Stress. Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über deine Erfahrungen. Möglicherweise wird die Sorte gewechselt, der CBD‑Anteil erhöht oder eine andere Einnahmeform gewählt. Bei akuten Unruhesymptomen hilft oft, an die frische Luft zu gehen und beruhigend zu atmen.
CBD erzeugt keine Abhängigkeit. THC kann, wie jedes wirkstoffhaltige Medikament, bei unsachgemäßem Konsum zu Gewöhnung führen. In der medizinischen Anwendung werden Dosis und Einnahmefrequenz überwacht, sodass ein kontrollierter Einsatz möglich ist. Ein verantwortungsvoller Umgang und regelmäßige Rücksprache mit dem Arzt verhindern eine Abhängigkeit.
THC kann die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. In Deutschland gilt eine Null-Toleranz-Grenze beim Führen von Kraftfahrzeugen unter THC-Einfluss. Obwohl wir hier keine rechtlichen Details vertiefen, solltest du niemals unter Wirkung psychoaktiver Medikamente ein Fahrzeug steuern. Sprich mit deiner Ärztin/deinem Arzt über Arbeitsfähigkeit und Pausen.
Viele Menschen haben noch Vorurteile gegenüber Cannabis. Erkläre, dass du medizinische Cannabisblüten unter ärztlicher Aufsicht nutzt, dass sie kontrolliert hergestellt und verschreibungspflichtig sind. Informiere Freunde und Familie über die medizinischen Hintergründe und die Tatsache, dass CBD nicht berauschend ist.

Der Weg zur Therapie mit Cannabisblüten ist einfacher, als viele denken. Hier findest du die wichtigsten Schritte:
Such dir einen arztgeführten Telemedizinanbieter oder eine Klinik, die sich auf cannabinoidbasierte Therapien spezialisiert hat. In der Regel kannst du online einen Termin für eine Videosprechstunde buchen. Halte Vorbefunde, eine Liste deiner bisherigen Medikamente und eine kurze Beschreibung deiner Beschwerden bereit. Während des Gesprächs schilderst du deine Symptome, Vorerkrankungen und bisherigen Therapieversuche.
In der Sprechstunde prüft die Ärztin oder der Arzt, ob eine Cannabistherapie für dich infrage kommt. Sie oder er stellt Fragen zu deiner Krankengeschichte, bespricht Risiken und mögliche Nebenwirkungen und erläutert die verschiedenen Einnahmeformen (z. B. Blüten, Öle, Kapseln). Wenn die Indikation erfüllt ist, stellt der Arzt einen individuellen Therapieplan zusammen und verordnet ein Rezept für eine passende Sorte und Darreichungsform. Die Dosis wird stets langsam gesteigert („start low, go slow“) und je nach Wirkung angepasst.
Mit dem ärztlichen BtM‑Rezept gehst du zu einer zertifizierten Cannabis‑Apotheke. Dort wird das Rezept geprüft und die verschriebene Sorte ausgehändigt. Die Apotheker:innen erklären dir den Umgang mit dem Produkt und beantworten Fragen zur Lagerung oder Anwendung. Du erhältst außerdem Informationen zum Vaporizer und erfährst, wie du die Blüten richtig dosierst. Manche Apotheken bieten Beratungen vor Ort oder telefonisch an.
Jeder Körper reagiert anders. Einige Patient:innen erleben eine schnelle Linderung ihrer Symptome, andere benötigen mehrere Wochen, um sich auf die Wirkung einzustellen. Faktoren wie Stoffwechsel, Gewicht, Vorerkrankungen und Begleitmedikationen spielen eine Rolle. Es gibt keine Garantie für Wirkung oder Verträglichkeit, aber viele Patient:innen berichten von einer verbesserten Lebensqualität.
Cannabisblüten sind keine Allheilmittel. Sie können Schmerzen lindern, den Schlaf verbessern und Unruhe mindern, aber sie heilen die zugrunde liegende Krankheit nicht. Eine Therapie sollte immer Teil eines ganzheitlichen Behandlungsplans sein, der auch Physiotherapie, Psychotherapie, Ernährung und andere Maßnahmen einbezieht.
Wie bei allen Arzneimitteln ist Sicherheit oberstes Gebot. Achte auf folgende Punkte:
Die umfassende Forschung und Erfahrungsberichte zeigen: CBD löst bei den meisten Menschen keine Panikattacken aus. Im Gegenteil deuten Studien auf eine angstlindernde Wirkung hin. In einer großen Untersuchung verbesserten sich die Angstwerte der Patient:innen mit steigender CBD‑Dosis; Preclinical und klinische Studien bestätigen den anti‑panikalen Effekt.
Warum gibt es dann Berichte über Unruhe? Meist liegt es an hohen THC‑Konzentrationen, individueller Empfindlichkeit oder unreinen Produkten. THC kann bei empfindlichen Personen Herzrasen und Nervosität auslösen, während CBD selbst nicht berauschend ist. Wichtig ist also, auf qualitätssichere Produkte, ärztliche Begleitung und eine angepasste Dosis zu achten.
Für Patient:innen in Deutschland bedeutet das: Informiere dich bei erfahrenen Ärzt:innen, probiere Cannabisblüten unter professioneller Aufsicht aus und gib dir Zeit, die passende Sorte und Menge zu finden. So kannst du die potenziellen Vorteile von CBD und Cannabisblüten nutzen, ohne unnötige Risiken einzugehen – und das ganz ohne Panik.
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