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Epilepsie ist eine Sammelbezeichnung für unterschiedliche neurologische Erkrankungen, bei denen es zu wiederkehrenden epileptischen Anfällen kommen kann. Diese Anfälle entstehen durch vorübergehende Veränderungen der elektrischen Aktivität im Gehirn. Die Erkrankung betrifft Menschen jeden Alters und kann sehr unterschiedliche Erscheinungsformen haben. Für Betroffene und Angehörige ist es wichtig, verlässliche Informationen zu Symptomen, Ursachen, etablierten Behandlungsmöglichkeiten und zum aktuellen Stand der medizinischen Forschung zu erhalten.
In den vergangenen Jahren hat das Thema Cannabis im Zusammenhang mit Epilepsie vermehrt öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Vor diesem Hintergrund ist eine nüchterne, fachlich fundierte Einordnung sinnvoll. Dieser Text erläutert die Grundlagen der Epilepsie, beschreibt typische Symptome, stellt bewährte Therapieansätze dar und ordnet Cannabis sowie einzelne Cannabinoide in den medizinischen und rechtlichen Kontext ein. Dabei werden keine Wirkversprechen abgegeben.
Der Beitrag richtet sich an ein allgemeines Publikum und berücksichtigt die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland. Er dient ausschließlich der sachlichen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Epilepsie ist keine einzelne Erkrankung, sondern ein Oberbegriff für verschiedene Störungen des Gehirns, die durch eine erhöhte Anfallsbereitschaft gekennzeichnet sind. Ein epileptischer Anfall entsteht, wenn Nervenzellen im Gehirn zeitweise synchron und übermäßig aktiv sind. Welche Symptome auftreten, hängt davon ab, welche Hirnregion betroffen ist. Motorische Areale können zu Muskelzuckungen oder Krämpfen führen, sensorische Areale zu Wahrnehmungsveränderungen.
Von Epilepsie sprechen Fachleute in der Regel erst dann, wenn es ohne akuten Auslöser wiederholt zu epileptischen Anfällen kommt. Schätzungen zufolge entwickelt etwa eine von hundert Personen im Laufe des Lebens eine Epilepsie. Unabhängig davon kann ein einzelner epileptischer Anfall auch ohne chronische Erkrankung auftreten.
Zur Einordnung der Epilepsie-Symptome wird zwischen generalisierten und fokalen Anfällen unterschieden. Generalisierte Anfälle betreffen beide Gehirnhälften gleichzeitig und gehen häufig mit einem Bewusstseinsverlust einher. Eine bekannte Form ist der tonisch-klonische Anfall mit Muskelversteifungen und rhythmischen Zuckungen.
Fokale Anfälle entstehen in einem begrenzten Hirnbereich. Sie können sich beispielsweise durch Zuckungen einzelner Körperteile, Gefühlsstörungen oder veränderte Sinneswahrnehmungen äußern. Manche Betroffene berichten vor einem Anfall über sogenannte Auren, etwa ungewöhnliche Gerüche, Schwindel oder emotionale Veränderungen. Fokale Anfälle können sich im Verlauf auf das gesamte Gehirn ausdehnen.
Die Ursachen von Epilepsie sind vielfältig. In einigen Fällen lassen sich strukturelle Veränderungen des Gehirns, frühere Verletzungen, Durchblutungsstörungen oder Entzündungen als Auslöser identifizieren. In anderen Fällen bleibt die Ursache unklar. Auch genetische Faktoren können eine Rolle spielen.
Bestimmte Einflüsse wie Schlafmangel, starkes Flackerlicht, Alkoholmissbrauch oder Fieber können bei anfälligen Personen Anfälle begünstigen. Insbesondere Fieberkrämpfe im Kindesalter stellen jedoch nicht automatisch eine Epilepsie dar.
Die Symptome epileptischer Anfälle können sehr unterschiedlich sein und sich auf den Alltag auswirken. Neben der Verletzungsgefahr bei Stürzen empfinden viele Betroffene die Unvorhersehbarkeit von Anfällen als belastend. Nach einem Anfall können vorübergehend Müdigkeit, Konzentrationsstörungen oder Verwirrtheit auftreten.
Die Auswirkungen auf die Lebensqualität hängen stark von der Anfallsform, der Häufigkeit und der zugrunde liegenden Ursache ab. Viele Menschen mit Epilepsie führen bei entsprechender Behandlung ein weitgehend selbstbestimmtes Leben.

Die Standardbehandlung der Epilepsie besteht in der Einnahme sogenannter Antiepileptika. Diese Arzneimittel zielen darauf ab, die elektrische Aktivität im Gehirn zu stabilisieren und Anfälle zu verhindern. Die Auswahl des Medikaments richtet sich nach der jeweiligen Anfallsform und individuellen Faktoren. Ziel der Behandlung ist eine möglichst gute Anfallskontrolle bei gleichzeitig akzeptabler Verträglichkeit.
Wenn sich unter medikamentöser Therapie keine ausreichende Anfallskontrolle erreichen lässt, können weitere Behandlungsoptionen in spezialisierten Zentren geprüft werden. Dazu zählen operative Verfahren bei klar abgrenzbaren epileptischen Herden, die Vagusnervstimulation oder ernährungsmedizinische Konzepte wie die ketogene Diät bei ausgewählten Patientengruppen. Entscheidungen über solche Maßnahmen erfolgen stets individuell und nach sorgfältiger Abwägung.
Die Cannabispflanze enthält zahlreiche chemische Verbindungen, sogenannte Cannabinoide. Zu den bekanntesten zählen Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). THC besitzt psychoaktive Eigenschaften und kann Wahrnehmung und Bewusstsein verändern. CBD hat keine berauschende Wirkung wie THC, kann jedoch physiologische Effekte und Nebenwirkungen verursachen.
In der medizinischen Forschung wird untersucht, welche Rolle einzelne Cannabinoide bei verschiedenen Erkrankungen spielen könnten. Die Datenlage ist je nach Indikation unterschiedlich.

Für bestimmte seltene und schwere Epilepsiesyndrome existiert in Deutschland ein zugelassenes, gereinigtes Cannabidiol-Arzneimittel. Dazu zählen unter anderem das Dravet-Syndrom, das Lennox-Gastaut-Syndrom sowie bestimmte Epilepsien im Zusammenhang mit tuberöser Sklerose. Die Anwendung erfolgt ausschließlich im Rahmen einer ärztlich begleiteten Therapie.
Die zugrunde liegenden klinischen Studien beschreiben statistische Veränderungen der Anfallshäufigkeit bei einem Teil der behandelten Patientinnen und Patienten. Die Ergebnisse sind jedoch nicht auf andere Epilepsieformen übertragbar und erlauben keine allgemeingültigen Aussagen.
Für die Mehrzahl der Epilepsieformen liegen derzeit keine ausreichenden klinischen Daten vor, um Cannabinoide als regulären Therapieansatz einzuordnen. Die Wirkmechanismen von CBD sind noch nicht vollständig geklärt. Zudem kann es zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen, insbesondere durch die Beeinflussung bestimmter Leberenzyme.
Zu THC existieren uneinheitliche Berichte. In der Fachliteratur werden sowohl anfallsfördernde als auch dämpfende Effekte beschrieben. Aufgrund dieser Variabilität und der psychoaktiven Eigenschaften von THC raten medizinische Fachgesellschaften von einer unkontrollierten Anwendung ab.
Seit 2017 können Cannabisarzneimittel in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen ärztlich verschrieben werden. Mit Inkrafttreten des Medizinal-Cannabisgesetzes im April 2024 wurde Cannabis aus dem Betäubungsmittelgesetz herausgelöst; medizinische Präparate bleiben jedoch verschreibungspflichtig und unterliegen einer ärztlichen Indikationsprüfung sowie staatlicher Qualitätskontrolle.
Parallel zur medizinischen Nutzung ist Cannabis seit April 2024 unter bestimmten gesetzlichen Auflagen für Erwachsene teilweise legalisiert. Diese Regelungen betreffen ausschließlich den privaten Konsum und ändern nichts an den Voraussetzungen für medizinische Anwendungen. Für Menschen mit Epilepsie ist eine ärztliche Beratung unerlässlich, da frei verfügbare Produkte nicht standardisiert sind und gesundheitliche Risiken bergen können.
Cannabinoide können Nebenwirkungen verursachen und mit anderen Arzneimitteln interagieren. Beschrieben wurden unter anderem Müdigkeit, Magen-Darm-Beschwerden sowie Veränderungen der Konzentration bestimmter Medikamente im Blut. Insbesondere bei bestehenden neurologischen Erkrankungen sollte jede Einnahme mit einer Ärztin oder einem Arzt abgestimmt werden.
Bei Verdacht auf epileptische Anfälle sollte stets eine medizinische Abklärung erfolgen. Die Diagnose wird in der Regel durch Fachärztinnen und Fachärzte für Neurologie gestellt. Eine fundierte Beratung hilft, Risiken zu minimieren und den individuellen Umgang mit der Erkrankung zu verbessern.
Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung mit vielfältigen Erscheinungsformen und individuellen Verläufen. Etablierte Therapien ermöglichen vielen Betroffenen eine gute Anfallskontrolle. Für bestimmte seltene Epilepsiesyndrome steht ein zugelassenes Cannabidiol-Arzneimittel zur Verfügung. Darüber hinaus ist der Einsatz von Cannabinoiden weiterhin Gegenstand der medizinischen Forschung.
Für THC-haltige Cannabisprodukte bestehen keine gesicherten Empfehlungen im Kontext der Epilepsiebehandlung. Aufgrund uneinheitlicher Effekte und möglicher Risiken wird von einer eigenständigen Anwendung ohne ärztliche Begleitung ausdrücklich abgeraten. Eine sachliche und realistische Einordnung des Themas ist entscheidend, um falsche Erwartungen zu vermeiden.
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information. Er ersetzt keine ärztliche Diagnose, Beratung oder Behandlung. Medizinische Entscheidungen sollten stets gemeinsam mit qualifiziertem Fachpersonal getroffen werden.
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