

In unserem Blog findest du Artikel zum Thema Medizinalcannabis bei verschiedenen Krankheitsbildern. Suche einfach einen Artikel unten – oder kontaktiere uns, wenn du noch weitere Artikel zu einem bestimmten Thema bekommen möchtest - oder schreibe dich in unserem Newsletter ein, um benachrichtigt zu werden, wenn es neue Artikel gibt.
Panikattacken reißen Menschen aus dem Alltag. Aus heiterem Himmel schlagen Herzrasen, Atemnot oder Schwindel zu – oft begleitet von dem Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Viele Patient:innen, die solche Attacken erleben, haben einen langen Leidensweg hinter sich und sind erschöpft von herkömmlichen Therapien. Medizinisches Cannabis und insbesondere CBD rücken deshalb immer stärker in den Fokus. Doch was steckt wirklich hinter den Erfahrungsberichten? Dieser Artikel bringt Orientierung ohne Heilsversprechen. Wir erklären, wie Panikattacken entstehen, was das Endocannabinoid‑System ist, wie CBD und THC sich unterscheiden und wie Studien und Patient:innen von möglichen Effekten berichten. Dabei bleibt stets klar: Die Behandlung sollte in ärztlicher Begleitung erfolgen, die Wirkung ist individuell und ein Allheilmittel gibt es nicht.
Eine Panikattacke ist eine plötzlich auftretende Episode intensiver Angst, begleitet von körperlichen Symptomen. Die AOK beschreibt, dass Betroffene unter Herzrasen, Luftnot, Schweißausbrüchen, Zittern und Schwindel leiden. Nicht selten fürchten Menschen, die Kontrolle zu verlieren oder gar zu sterben. Wenn solche Anfälle wiederholt auftreten und nicht an spezifische Auslöser gebunden sind, spricht man von einer Panikstörung.
Physiologisch ist die Reaktion zunächst sinnvoll: Das vegetative Nervensystem schüttet Stresshormone aus, wodurch Herzschlag, Blutdruck und Atmung steigen – der Körper bereitet sich auf Kampf oder Flucht vor. Bei einer Angststörung treten diese Reaktionen jedoch ohne reale Gefahr auf. Das führt zu einem Teufelskreis, in dem körperliche Symptome und Angst sich gegenseitig verstärken.
Die Entstehung von Panikstörungen ist multifaktoriell: biologische, psychologische und soziale Faktoren spielen zusammen. Genetische Veranlagung, Ungleichgewicht bestimmter Botenstoffe im Gehirn und traumatische Erfahrungen können das Risiko erhöhen. Kognitiv tendieren Betroffene dazu, Körperreaktionen wie einen schnellen Herzschlag falsch zu interpretieren, was wiederum Angst auslöst.
Standardtherapien bestehen aus Psychotherapie (besonders kognitiv‑verhaltenstherapeutische Verfahren), Entspannungs‑ und Achtsamkeitsübungen sowie medikamentöser Unterstützung. Die AOK erklärt, dass Antidepressiva wie selektive Serotonin‑Wiederaufnahmehemmer (SSRI) zur Behandlung eingesetzt werden können, während Beruhigungsmittel der Gruppe der Benzodiazepine für die Langzeittherapie nicht geeignet sind, da sie abhängig machen können. Für pflanzliche Beruhigungsmittel wie Johanniskraut oder Baldrian gibt es laut AOK keine ausreichenden wissenschaftlichen Nachweise für eine Wirksamkeit bei Panikstörungen.
Selbsthilfe und Prävention umfassen einen gesundheitsbewussten Lebensstil: ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung, Stressbewältigung, Achtsamkeit und der Verzicht auf Alkohol und Nikotin können das Risiko für Panikattacken senken. Diese Maßnahmen bilden eine gute Grundlage für jede Therapie – auch für cannabisbasierte Ansätze.

Um zu verstehen, warum CBD bei Angst und Panik interessant ist, hilft ein Blick auf das Endocannabinoid‑System (ECS). Dieses körpereigene Netzwerk aus chemischen Signalen und Rezeptoren regelt viele Funktionen: Lernen, Gedächtnis, emotionale Verarbeitung, Schlaf, Temperaturkontrolle, Schmerzempfinden, Entzündungen, Immunsystem und Appetit. Die wichtigsten Rezeptoren sind CB1 und CB2. CB1‑Rezeptoren sind im Gehirn weit verbreitet und wirken wie „Verkehrspolizisten“ für andere Signalstoffe. Sie sorgen dafür, dass exzitatorische und inhibitorische Neurotransmitter im Gleichgewicht bleiben. CB2‑Rezeptoren befinden sich überwiegend in Immunzellen und regulieren immunologische Prozesse, ohne dass ihre Aktivierung ein „High“ erzeugt.
Der Körper produziert eigene Endocannabinoide wie Anandamid, die diese Rezeptoren aktivieren. Pflanzen wie Cannabis imitieren diese Botenstoffe: THC und CBD sind sogenannte Phytocannabinoide, die in unterschiedlicher Weise auf das ECS wirken.
Tetrahydrocannabinol (THC) ist das bekannteste Cannabinoid. Es ist psychoaktiv, aktiviert CB1‑Rezeptoren stark und führt zu dem typischen „High“. THC wird vor allem aus stark harzigen Cannabissorten gewonnen und ist in Deutschland für medizinische Zwecke verschreibungspflichtig.
Cannabidiol (CBD) dagegen ist nicht psychoaktiv. Eine Übersichtsarbeit der Universität Freiburg beschreibt, dass CBD keinen berauschenden Effekt hat und vermutlich einen Teil der negativen zentralen Wirkungen von THC – etwa Angstzustände oder Depressionen – kompensieren kann. CBD besitzt nur eine geringe Affinität zu CB1‑ und CB2‑Rezeptoren. Stattdessen aktiviert es andere Systeme: Es wirkt über µ‑ und δ‑Opioidrezeptoren, bindet an serotoninerge 5‑HT1A‑Rezeptoren und wirkt am TRPV1‑Rezeptor wie Capsaicin. Diese Mechanismen könnten seine angstlösenden und schmerzlindernden Eigenschaften erklären.
Viele Patient:innen berichten, dass sie sich mit CBD klarer im Kopf und weniger nervös fühlen. Dennoch ist es wichtig zu betonen, dass die Bioverfügbarkeit von oral eingenommenem CBD gering ist und Forschung zur Interaktion zwischen THC und CBD erst am Anfang steht.
In einer kontrollierten Studie inhalierte eine Gruppe geübter Cannabisnutzerinnen und -nutzer THC‑haltiges Cannabis, ein THC/CBD‑Gemisch oder ein Placebo. Sowohl THC als auch das THC/CBD‑Gemisch lösten kurzfristig erhöhte Angstgefühle aus. Die Kombination aus THC und CBD führte jedoch zu weniger Angst als THC allein – bei niedrigem Ausgangsniveau konnte CBD die THC‑induzierte Angst vollständig ausgleichen. Diese Daten deuten darauf hin, dass CBD einigen Menschen dabei helfen könnte, THC‑bedingte Unruhe abzumildern. Allerdings variieren die Effekte je nach Ausgangsangst: Bei höherem Angstausgangsniveau gelang es CBD nicht, die THC‑bedingten Effekte vollständig zu neutralisieren.
Die Forschung zu CBD bei Angst- und Panikstörungen steckt noch in den Kinderschuhen. Wissenschaftler:innen beobachten jedoch eine zunehmende Anzahl von Hinweisen, dass CBD angstlösende Eigenschaften besitzen könnte. Wichtig ist: Die meisten Studien sind klein, oft offen durchgeführt und nutzen unterschiedliche Dosierungen. Eine pauschale Wirkung lässt sich daraus nicht ableiten.
Viele Patient:innen berichten, dass sie unter CBD weniger Unruhe empfinden und besser schlafen. Andere erleben kaum eine Veränderung. Aus den oben genannten Studien und Fallserien lassen sich einige gemeinsame Muster ableiten:
In Deutschland werden medizinische Cannabisblüten in pharmazeutischer Qualität abgegeben. Sie enthalten einen standardisierten THC‑ und CBD‑Gehalt. Ärzt:innen können neben Blüten auch Tropfen, Extrakte oder Kapseln verschreiben; durch unterschiedliche Rezepturen lassen sich THC‑ und CBD‑Konzentrationen individuell anpassen. Expert:innen gehen davon aus, dass nicht nur Cannabinoide, sondern auch Terpene und Flavonoide die Wirkung beeinflussen und zur sogenannten „Entourage‑Wirkung“ beitragen.

Gesundheitsexperten raten dazu, medizinisches Cannabis nicht zu rauchen, sondern zu verdampfen. Verschiedene Studien zeigen, dass Vaporizer gegenüber dem Rauchen weniger Kohlenmonoxid und schädliche Verbrennungsprodukte freisetzen und dadurch die Lunge schonen. Vaporisieren reduziert den Kontakt mit toxischen pyrolytischen Verbindungen und kann chronische Atemwegsbeschwerden verringern. Die Lower‑Risk Cannabis Use Guidelines empfehlen ausdrücklich, Verdampfer zu nutzen und Verbrennung zu vermeiden.
Für Patient:innen bedeutet das: Blüten werden in einem zertifizierten Vaporizer schonend erhitzt, wodurch die Wirkstoffe verdampfen. Die Inhalation über die Lunge wirkt schneller als orale Einnahme, die Wirkung hält jedoch kürzer. Ärzte wählen Sorte und THC/CBD‑Verhältnis entsprechend den Symptomen, zum Beispiel CBD‑reiche Sorten, wenn die sedierende Wirkung im Vordergrund steht, oder ausgewogene Sorten, wenn Schmerz und Schlafprobleme gemeinsam behandelt werden sollen.
CBD‑dominante Blüten und Öle können bei manchen Patient:innen beruhigend wirken, vor allem wenn Symptome wie innere Unruhe, Schlafprobleme oder stressbedingte Angst dominieren. Bei panikartigen Symptomen ist die wissenschaftliche Datenlage begrenzt; dennoch berichten manche Betroffene, dass sie sich mit CBD „geerdet“ fühlen und weniger befürchten, die Kontrolle zu verlieren. Wichtig: Jede Anwendung gehört in ärztliche Hand.
CBD ist kein Ersatz für klassische Medikamente oder Psychotherapie, kann aber im Rahmen eines ganzheitlichen Ansatzes als zusätzlicher Baustein eingesetzt werden. Da es laut Studien nur geringe psychoaktive Eigenschaften hat und THC‑induzierte Angst möglicherweise abmildern kann, bevorzugen manche Menschen CBD‑reiche Präparate als Einstieg.
In Foren und Selbsthilfegruppen finden sich viele persönliche Erfahrungsberichte. Einige Nutzer:innen schildern, dass sie mit CBD ihre Gedanken beruhigen, inneres Zittern mindern und Panikattacken vorbeugen konnten. Andere spüren nur wenig oder sogar keine Veränderung. Woran liegt das?
Wie bei vielen Arzneimitteln können auch bei CBD‑Präparaten unerwünschte Effekte auftreten. Häufig berichtet werden Übelkeit, Müdigkeit, Durchfall und Appetitveränderungen. Bei höheren Dosierungen oder empfindlichen Personen kann es zu Schwindel, Mundtrockenheit oder Blutdruckabfall kommen. CBD wird über Leberenzyme metabolisiert und kann daher die Wirkung anderer Medikamente verändern. Wer verschriebene Antidepressiva, Antiepileptika oder Gerinnungshemmer einnimmt, sollte vor einer CBD‑Therapie immer Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin halten.
Ein weiteres Thema ist die Qualität der Produkte. In vielen Ländern sind CBD‑Produkte unzureichend reguliert; Studien fanden Abweichungen zwischen deklariertem und tatsächlichem CBD‑Gehalt und zum Teil unerwartete THC‑Anteile. Medizinische Cannabisblüten aus der Apotheke unterliegen hingegen strengen Qualitätskontrollen.
Dieser Abschnitt zeigt dir den Weg vom ersten Gedanken an eine Cannabistherapie bis zum Erwerb von Cannabisblüten in der Apotheke. Seit der Teillegalisierung zum 1. April 2024 wurde der Zugang deutlich erleichtert: Die bisher erforderliche Betäubungsmittelverschreibung entfällt, medizinische Cannabisarzneimittel können jetzt mit einem normalen Rezept – auch als E‑Rezept – verschrieben werden. Zudem ermöglichen Telemedizin‑Plattformen eine bequeme Online‑Anamnese.
Nein. CBD ist nicht psychoaktiv; es verursacht kein „High“. Studien zeigen, dass CBD sogar manche unerwünschte Wirkungen von THC, wie zum Beispiel THC‑induzierte Angst, abschwächen kann. Bei hohen Dosierungen oder THC‑haltigen Präparaten können jedoch beruhigende Effekte und leichte Schläfrigkeit auftreten. Ein ärztlich betreuter Einstieg hilft, die individuelle Reaktion einzuschätzen.
Die ersten Tage können unterschiedlich sein: Manche Patient:innen berichten über spürbare Entspannung und verbesserten Schlaf, andere merken zunächst kaum Veränderungen. Gelegentlich treten leichte Nebenwirkungen wie Schwindel, Mundtrockenheit oder Müdigkeit auf. Deshalb solltest du die Dosis langsam steigern und dir Zeit geben. Wenn du unsicher bist, halte Rücksprache mit deinem behandelnden Arzt.
Bei inhalierter Aufnahme im Verdampfer setzt die Wirkung oft innerhalb von Minuten ein und hält einige Stunden an. Öle oder Kapseln wirken langsamer (bis zu 1 – 2 Stunden), können dafür länger im Körper bleiben. Bei chronischen Angstzuständen berichten manche Betroffene erst nach mehreren Tagen oder Wochen von einer spürbaren Verbesserung – dies spiegelt sich auch in der Pilotstudie wider, in der die Teilnehmenden nach einer Woche deutlich niedrigere Angstwerte angaben.
Ja. CBD kann Enzyme in der Leber hemmen, die andere Arzneistoffe abbauen, zum Beispiel Antidepressiva, Blutverdünner oder Antiepileptika. Wer solche Medikamente nimmt, sollte die CBD‑Therapie nur unter ärztlicher Kontrolle beginnen. Der Arzt kann die Blutspiegel überwachen und die Dosis anderer Medikamente anpassen.
Vorsicht! Viele frei verkäufliche Produkte sind nicht ausreichend kontrolliert. Untersuchungen zeigen, dass der tatsächliche CBD‑Gehalt oft vom Etikett abweicht und zum Teil unerwartet THC enthalten ist. Für eine medizinische Behandlung solltest du deshalb auf Apothekenware zurückgreifen, die standardisiert ist und ärztlich dosiert wird.
Die Datenlage zur CBD‑Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit ist unzureichend. Aufgrund möglicher Wirkungen auf den Hormonhaushalt und die Entwicklung des Kindes wird Schwangeren und stillenden Personen in der Regel abgeraten, CBD oder THC einzunehmen. Sprich in jedem Fall mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
CBD ist nicht psychoaktiv, dennoch kann es vorübergehend Müdigkeit oder eine geringere Reaktionsfähigkeit verursachen. Außerdem enthalten viele medizinische Cannabispräparate kleine Mengen THC. Gerade zu Beginn der Therapie solltest du auf das Autofahren verzichten, bis du sicher beurteilen kannst, wie du reagierst. Beachte, dass Grenzwerte für THC im Blut in der Fahrerlaubnis relevant sind – dein Arzt kann dich hierzu beraten, ohne ins juristische Detail zu gehen.

Panikattacken sind belastende Erlebnisse mit starken körperlichen und psychischen Symptomen. Konventionelle Therapien wie Psychotherapie und Antidepressiva bleiben die erste Wahl. CBD‑reiche Cannabisblüten und andere CBD‑Präparate werden zunehmend als ergänzende Option diskutiert. Wissenschaftliche Studien zeigen Hinweise darauf, dass CBD bei manchen Menschen Angst lindern und THC‑bedingte Unruhe reduzieren kann. Kleine Fallstudien und offene Pilotprojekte berichten über schnelle Verbesserungen von Angst, Schlaf und Lebensqualität, doch sie zeigen auch, dass die Wirkung nicht bei allen gleich ist.
Für Patient:innen in Deutschland bietet die Teillegalisierung seit 2024 einen erleichterten Zugang zu medizinischen Cannabisblüten mit standardisiertem THC‑/CBD‑Gehalt. Eine cannabisbasierte Therapie sollte stets ärztlich begleitet werden, um die richtige Sorte, Dosierung und Anwendung zu finden, Wechselwirkungen zu vermeiden und Erwartungen realistisch zu halten.
Die wichtigsten Punkte noch einmal auf einen Blick:
Panikattacken zu überwinden ist ein Prozess. CBD kann ein unterstützender Baustein sein, aber er ersetzt keine fundierte psychotherapeutische Begleitung. Mit der richtigen ärztlichen Betreuung und einem ganzheitlichen Blick auf deine Gesundheit findest du den Weg, der zu dir passt.
Du hast Fragen oder suchst Rat zu Medizinalcannabis? Wir bringen Licht ins Dunkle und begleiten dich auf dem Weg zu mehr Gesundheit. Kontaktiere uns – wir sind für dich da.
Unsicherheiten bei einer neuen Therapie sind völlig normal. Wir nehmen uns Zeit für deine Bedenken und unterstützen dich dabei, die richtige Entscheidung für deine Gesundheit zu treffen.
Jede Entscheidung für eine neue Therapie braucht Vertrauen. Deshalb beantworten wir gerne alle deine Fragen rund um Medizinalcannabis - persönlich und ohne Zeitdruck.
Du fragst dich, ob Cannabis auch bei deinen Beschwerden helfen kann? Wir klären gemeinsam, welche Möglichkeiten sich für dich eröffnen und wie der Weg zu deiner optimalen Behandlung aussieht.


